Pegelblog - kein Fashion, kein Food

Die Stuttgarter Woche in Musik: Wochenend mit Sonnenschein!

Die Stuttgarter Woche in Musik: Wochenend mit Sonnenschein!

Wir fühlen es, fühlt ihr es auch? Nachdem wir mit unserem Bombardement der traurigsten Songs zum Thema Valentinstag unseren frühlingshaften Gefühlsreichtum wiederbelebt haben, sind wir guter Dinge, die Abende in den nächsten Wochen ausschließlich am Palast zu verbringen. Falls ihr noch nicht so weit seid, hier nochmal alle Songs als kompakte Playlist:

Nichtsdestotrotz, hier ein wohlverdienter Ausblick auf das kommende Wochenende in und um Stuttgart:

Freitag, 17.02.17

Was hat euch eigentlich so ruiniert? Die vielleicht meistgestellteste Frage deutschsprachiger Indie-Musik kommt in Form von Die Sterne wieder nach Stuttgart. Nein, nicht ins Wizemann, sondern verlegt in den Club Cann. Auch gemütlich.

Etwas weiter, in der Esslinger Spinnerei, gibt es ein wunderschönes Feierabendkonzert mit Oldseed. Hier kommt schon einmal eine kleine Kostprobe:

Später treffen wir uns dann im Klub Karachoo im Goldmark’s und tanzen zu legendären Alterna-Hits aus den 90ern. Geht einfach immer. Ach ja, das ist eine WUNSCHDISKO! <3

Samstag, 18.02.17

Freut euch, wenn ihr heute Abend Teil einer Bewegung seid, die an Karten für die ausverkauften The Notwist im Reutlinger Franz.K gekommen ist. Wir können schon mal sagen, wird bestimmt groß! Aber wir wären nicht der Kulturpegel, hätten wir nicht noch ein paar Asse im Ärmel. Tadaa:
Two Door Cinema Club! Im LKA könnt ihr zu alten und neuen Hits der nordirischen Indie-Rocker schwoofen.

Im Anschluss gäb es zum Beispiel noch das Craftbeardhouse im Ridmüller mit Fairgold und Kiehl an den Decks.

Oder eine Party zu Ehren des inzwischen etablierten Cruise-and-Ride-Formats im Zwölfzehn. Turnschuhe & Beats freuen sich heute wie Bolle auf die nächste Ausfahrt und haben SUMO und Bow Tie für die musikalische Aufwärmrunde verpflichtet.

Sonntag, 19.02.17

Traut euch doch mal zur Feier des Tages zum In Die Wohnzimmer e.V. und dem Konzert von Singer-Songwriter John Allen. (Vergesst auf keinen Fall, euch vorher anzumelden!)

Wer es am heiligen Sonntag lieber textlastig mag, dem sei der Poetry Slam im Keller Klub ans Herz gelegt. Oder doch lieber bunt? Dann los, los, los! Zum Kinderfasching nach Bad Cannstatt. Hihi. Späßle g'macht.

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
17. Februar 2017
Die Stuttgarter Woche in Musik: Gut gemischt.

Die Stuttgarter Woche in Musik: Gut gemischt.

Hallo da draußen! Seid ihr auch schon so bereit für die diesjährige Festivalsaison? Nachdem das Pop Freaks im Merlin schon zahlreiche Fans mehr geerntet hat, steht nun im Reutlinger franz.K das Indi(e)stinction Festival auf dem Plan. Mit dabei sind The Notwist, Movits!, Lucie M. und das Tribunal des Escargots, H.GichT, Käpt'n Peng & Die Tentakel von Delphi, Die Nerven, Reiner von Vielen und Who Killed Bruce Lee. Zwei Monate randvoll mit jeder Menge Indie-Leckerbissen. Bevor ihr aber nach einer Unterkunft in Reutlingen Ausschau haltet, haben wir noch mehr Spannendes aus den Konzertbuden im Stuttgarter Raum:

Dienstag, 07.02.17

100 Tage, 1 Vernissage vong AKA her. Seht es euch an, an der Akademie der Bildenden Künste. Genauer gesagt Am Weißenhof 1.

Mittwoch, 08.02.17

Heidelberg meets Toronto - könnte glatt ne Lovestory draus werden. Marla & David Celia vereinen heute im 1. Stock nicht nur zwei Kontinente, sondern auch ihre Liebe zum Folk. Romantisch, oder?

Reiner Bocka vom Café Galao hat wirklich ein Händchen für feine Bands. Letzte Woche noch Düsternis mit Gemma Ray, heute Gänsehaut mit The DeSoto Caucus. Hier ein Grund, warum sich ein Abstecher in den Süden lohnt:

Donnerstag, 09.02.17

Bestimmt habt ihr schon Karten, sonst hättet ihr sicherlich an unserem kleinen Gewinnspiel auf Facebook mitgemacht. Nichtsdestotrotz spielen heute BaBa ZuLa im schönen franz.K in Reutlingen und wir präsentieren die Show nicht nur, wir empfehlen sie auch herzlichst. Lasst euch inspirieren!

Freitag, 10.02.17

Heute ist alles halb-halb. Halb Wochenende, halbwegs gutes Wetter, die Halbe in der Hand und halb Deutsch- halb Amirap im Keller Klub. Fifty - Fünfzig nennt sich das neue Format und sicherlich zu 100 % ein Garant für einen guten Abend.

Songslam? Könnte man auch mal wieder machen. So wie heute im Merlin, wenn mutige Liedermacher mit sechsminütigen Kunstwerken gegeneinander antreten. Mit dabei: Marco Cianci, Andy Wilsing, Sofia & Aleksi, Lisa Moll, Dienstag ist Damensauna und Quiet Lane.

Samstag, 11.02.17

Hach, so ne erfrischende Schorle läuft eigentlich immer gut rein. Heute im Zwölfzehn mit spritziger Musikmischung von DJ Superior und Petersen.

Sonntag, 12.02.17

Juhu! Heute gehen wir mit Movits! beim oben bereits ausführlich beschriebenen Indi(e)stinction Festival steil. Auf dem Programm stehen Äppelknyckarjazz und skandinavische Euphorie. Schwingt es, das Tanzbein!

Montag, 13.02.17

Hello from Down Under: Heute begrüßen wir zum Start in die Woche The Graveltones im Goldmark's. Heavy Blues Rock'n'Roll trifft auf Stoner Rock der Supportband Fitches aus Dortmund.

Kuscheln zu sogenanntem Britfolk könnt ihr darüber hinaus auch bei Roo Panes im Zwölfzehn.

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
06. Februar 2017

Die Stuttgarter Woche in Musik: Febulous!

Zwischen slidy und slippery hat uns der Winter im Griff. Noch! Könnt ihr schon die lauen Lüftchen spüren? Die Wärme der Sonnenstrahlen riechen? Nein? Okay, vielleicht verfallen wir an dieser Stelle etwas der winterdepressiven Spätromantik. Aber zum Glück gibt's ja Musik und das Ranking der freshesten Clubs in Deutschland inklusive dem Stuttgarter White / Noise.

Dienstag, 31.01.17

Noch nichts vor, vor lauter beim Nieselregen im Elend versinken? Wie wär's denn mal wieder mit neuer Musik aus dem Musikladen des Popbüro Region Stuttgart? Falls die Newcomer aus der Metropolregion euer Herz nicht im Sturm erobern, so schmeckt doch wenigstens ein kühles Dienstagsbier am Zwölle-Tresen.

Mittwoch, 01.02.17

Oh, yes! Gemma Ray ist wieder in der Stadt und kehrt im Café Galao ein. Die Bedingungen sind die üblichen Verdächtigen: die Lauscher auf und die Moneten in den Hut.

Tübinger da? Dann schnappt euch eure Gang und ab ins Sudhaus zu Eau Rouge.

Donnerstag, 02.02.17

Im 1. Stock spielt heute Joe Astray ein bisschen Folk, ein bisschen Punk und ein bisschen Hamburger Hafen für euch.

Schonmal was vom Eclat Festival gehört? Beim Festival für neue Musik könnt ihr neue Hörgewohnheiten üben und euch noch bis Sonntag über die gekannten musikalischen Grenzen hinweg fallen lassen.

Freitag, 03.02.17

Radl raus und weg mit der Feinstaubmauer! Heute steigt die monatliche Critical Mass. Diesmal ist es auch schon gar nicht mehr so kalt, versprochen.

Wer lieber indoor tanzt, dem sei die Beefcake im Freund & Kupferstecher ans Herz gelegt.

Samstag, 04.02.17

Die einen nennen es Rocktest Spezial, die anderen einen spannenden Samstagabend mit jungen Bands aus Stuttgart und Zürich. Wo? Im Club Zentral!

Wem es bei den laueren Temperaturen mal wieder nach Abwechslung gelüstet, dem sei Astronautalis in der Manufaktur Schorndorf ans Herz gelegt. Für Freunde von Blues, Rap, Soul und alternativen Sounds.

Zum krönenden Abschluss gehen wir dann zum Club Miaow! in die Rakete. Auf dem Programm stehen Blues, Rhythm und Soul mit
Elvis Brettschneider, Simon Sorrento und JensOmatic.

Sonntag, 05.02.17

Wer heute keinen Bock auf Superbowl und die damit verbundene Schlaflosigkeit hat, dem empfehlen wir Ich, dein großer analoger Bruder, sein verfickter Kater und du im Theater Rampe, um Sonntag einfach mal über Hysterie und Realität in der modernen, digital vernetzten Welt nachzudenken.

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
31. Januar 2017
Die Stuttgarter Woche in Musik: Warm anziehen!

Die Stuttgarter Woche in Musik: Warm anziehen!

Na, wie oft seid ihr in den letzten eineinhalb Wochen bei den eisigen Temperaturen mit dem Bus oder der Bahn gefahren? Wir finden so ein Feinstaub hat schon was gutes, hoffen aber insgeheim, bald auf dem Cityring die ollen Rollschuhe ausführen zu dürfen. Bis dieser Traum in Erfüllung geht, hier eine Ansammlung von guten Ratschlägen:

Dienstag, 24.01.17

Diese Band lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Heute spielen Malky im Club Cann und machen sicher so einige von euch tieftraurig bis zutiefst beglückt.

Mittwoch, 25.01.17

Schallplattenbörse kann jeder. Im White Noise steht heute eine Schallplattentupperparty an! Inklusive günstigen Schnäppchen bis brandaktuellem Stuff.

Mit vollen Koffern könnt ihr auf dem Heimweg dann noch beim Galao reinschneien. Hier säuseln nämlich Alright Gandhi aus Berlin mit dem Publikum um die Wette.

Donnerstag, 26.01.17

Aktuer Pop-Freaks-Entzug? Gut, dass es das Merlin gibt. Hier stehen heute bei der schönsten Reihe des noch jungen Jahres Mittekill auf der Bühne.

Freitag, 27.01.17

Aller guten Dinge sind heut drei:
Erstens Fetsum im Wizemann.
Zweitens die anschließende Fetsum-Aftershow im Tattis.
Und drittens Mondo Furmatore im kuscheligen Merlin.

Samstag, 28.01.17

Last Pop Freak, but noch least erwartet euch heute Dagobert im Merlin

Für hartgesottenere spielen Coogans Bluff im Goldmarks Dazu kredenzt euch die Kneipe am Charlottenplatz noch eine Runde Bierdurst.

Erfrischend elektronisch geht es da schon eher im Galao zu. Vsitor klingt namenstechnisch vielleicht sperrig, läuft aber hervorragend rein. Und jetzt erstmal knutschen:

Sonntag, 29.01.17

(Bitte hier guten Tipp einfügen, während wir uns für die Pizza beim Tatortabend entscheiden.)

Montag, 30.01.17

Nochmal Gurr gefällig? Heute im Epplehaus in Tübingen. Wenn das kein angemessener Start in die Woche ist!

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
24. Januar 2017
Die Stuttgarter Woche in Musik: Back in Monkeybusiness

Die Stuttgarter Woche in Musik: Back in Monkeybusiness

Da haben wir endlich mal wieder den Salat! Das Jahr ist schon zwei Wochen alt und es ist schon wieder Montag! Gründe genug, um euch ein paar Veranstaltungen ans Herz zu legen, nicht wahr?
Ab diesem Monat gibt es die aktuellen Konzerte in Stuttgart übrigens in einer liebevoll arrangierten Spotify-Playlist anzuhören. Da entgeht euch nichts mehr!

Montag, 16.01.17

Spaceman Spiff hat uns schon immer recht gut gefallen. Das letzte Mal haben wir uns vor fast zwei Jahren gesehen. Heute spielt der gute Mann im Reutlinger franz.K einen auf. Los geht's um 20 Uhr, um 19:30 Uhr öffnet die Abendkasse. Bis dahin setzen wir drauf, dass seine bezaubernde Cellistin wieder an Board ist und schwelgen in seinen Liedern:

Dienstag, 17.01.17

Dienstag kann man schon mal ins Kino gehen. In "Die Blumen von gestern" zum Beispiel. Da geht es um unlustige Themen, die eigentlich ganz witzig in Verbindung zu kantigen Persönlichkeiten gesetzt werden. Der Film läuft heute um 15 Uhr und um 20:15 Uhr im Delphi in der Tübinger Straße.

Mittwoch, 18.01.17

Conor Oberst ist wieder in der Stadt. Wo? Im Theaterhaus. Außerdem könnt ihr heute gleich nochmal Kinoluft atmen. Zumindest in großer Gesellschaft den Film "The Neon Demon" im White Noise ansehen.

Donnerstag, 19.01.17

Heute halten Reverend Dabeler und Frau Krausmann spielend und lesend Einzug bei den Pop Freaks im Merlin.

Freitag, 20.01.17

Dieser Freitag ist für Heimchen und Ausreißer. Für erstere empfiehlt sich das Feierabendkonzert von BRTHR in der alten Esslinger Spinnerei. Mit am Start haben sie ein wunderbar frisch duftendes Album namens "Strange Nights".

Für zweitere lohnt sich die, na ja, Reise wär bei Schorndorf fast zu viel gesagt, zu Kaufmann Frust und Prynum in die Manufaktur. Wir berichten auf jeden Fall ausführlichst von unserem Ausflug.

Und weil Freitage programmatisch gern mal gut bestückt sind, gibt es noch eine verruchte Konzertvariante mit Fai Baba im Merlin und eine kuschelige mit Into The Fray im Aloft ans Herz zu legen.

Samstag, 21.01.17

Pop Freaks, die nächste. Heute im Programm: Wolf Mountains und Gurr.

Außerdem könnt ihr in der Manufaktur Kevin Devines großartigen Geschichten lauschen.

Sonntag, 22.01.17

Sonntagsausflug gefällig? Dann verlauft euch doch mal zum Galerieverein Leonberg zur Ausstellungseröffnung. Themen sind Zeichnung, Plastik, Installation und im Fokus steht der Künstler Markus Merkle.

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
16. Januar 2017
Wer ist eigentlich dieser Pop Freak?

Wer ist eigentlich dieser Pop Freak?

Für heute Abend steht alles in den Startlöchern: das Bier im Kühlschrank, das Merlin selbst und natürlich ein ausgefeiltes Bühnenprogramm, bei dem das Kulturzentrum im Westen einen immer besseren Hype-Riecher besitzt. Doch wer sind die Musiker und Bands zwischen den, zumindest hiesigen Konzert-Kreisen bekannteren Gruppierungen wie Dagobert (28. Januar), Voodoo Jürgens, Der Nino aus Wien (beide am 15. Januar und bereits ausverkauft), Gurr oder Wolf Mountains (beide am 21. Januar)?

Fangen wir mal von vorne an.

"Tobias Siebert beschwört mit Klez.e noch einmal die Melancholien von The Cure," sagt der Rolling Stone. Und dabei geht es dem zuständigen Redakteur voraussichtlich nicht um die Frisur des Frontmannes oder den Titel des aktuellen vierten Albums "Desintegration" (auf Deutsch ausgesprochen) sondern wohl eher um die Musik selbst. Traurigkeit, angehackte dumpfe Beats und Texte über die Liebe und deren Verlust. Klez.e aus Berlin begeistern sich seit jeher für westlichen New-Wave und vom Punk infizierte Popmusik. "Desintegration" definiert in der Soziologie einen fortschreitenden Zerfall, eine Auflösung eines bisher bestehenden Gesamtkonstruktes. Vor knapp 18 Jahren kam das gleichnamige Album von The Cure auf den Markt, kurz darauf desintegrierte sich die DDR, um in einem vereinten Land wieder Halt zu finden. Eigentlich komisch und wiederum traurig, dass viele Menschen aus diesen "neuen Bundesländern" bis heute wenig auf Integration schwören.
Zu sehen am 14. Januar im Merlin.

Disco-Pop und elegantes Songwriting in einer Person - das ist Masha Qrella. Die Berlinerin schreibt selbst, produziert selbst und ist dabei fühlbar direkt und transparent. Wenig Instrumente, viel Gefühl und Hang zur Perfektion bringt sie bei ihrem Album "Keys", das vergangenes Jahr erschienen ist, hervor.
„Please don't give me your keys / cause I don’t wanna have to give them back again,“ haucht Masha im Titelsong (siehe Video oben) und erhebt sich dabei mit saften Klängen aus einem Kopfszenario von Baustellen- und Straßenlärm. Am Ende erklingt das Surren eines Türöffner, vielleicht zu ihrem Herzen, das voller Liebe für Elliott Smith, Neil Young, Air und Metronomy schlägt.
Zu sehen am 18. Januar im Merlin.

Die Musikerin und Autorin Almut Klotz beschreibt in ihrem Fragment gebliebenen Künstlerroman "Fotzenfenderschweine" im Kern ihre Liebesgeschichte mit dem Musiker und Autor Reverend Christian Dabeler. Im Jahr 2013 haben die beiden geheiratet, zusammen haben sie zwei Bücher und zwei Alben geschrieben. In ihrem Werk greift Almut aber auch die aktuelle Indie-Pop-Szene und die darin enthaltenen Frauenrollen auf. Ihre Leidenschaft und ihre Offenheit für Text und Musik bleibt uns nach ihrem Tod vor vier Jahren in Buchform und in Form einer Lesung, die die Künstlerin Frau Kraushaar im Merlin halten wird. Anlässlich der posthumen Veröffentlichung von "Fotzenfenderschweine" spielt ihr Mann dazu live Songs aus "Lass die Lady rein", dem letzten gemeinsamen Album.
Zu sehen am 19. Januar im Merlin.

Einen Schweizer Abend bescheren uns Fai Baba und Blind Butcher. Fai Babas neues Album "Sad &Horny" klingt so verrückt wie verzerrt. Live wird er noch umtriebiger und spielt mal alleine, mal zu zweit, mal mit Band. Bereits fünf Alben, inklusive der aktuellen Platte, sind so seit 2010 entstanden. Der Züricher beschreibt sein musikalisches Schaffen selbst als "weird", dabei beleuchtet es immer wieder aufs Neue gänzlich unterschiedliche Gemütszustände. Nimmt man "Sad & Horny" als Beispiel, ist vielleicht die Thematik etwas traurig, dafür aber die Klänge durchwegs lasziv.
Einer andere Herangehensweise bedienen sich da Blind Butcher aus Luzern, die sich seit 2010 durch sämtliche Spielarten von Rock'n'Roll, Disco, Punk, Blues und Country arbeiten. Das Duo besteht aus Christian "Blind Banjo" Aregger, an Gitarre und Gesang und Roland "Oklahoma Butcher" Bucher an Schlagzeug, Bass Pedale und Gesang. Obwohl die beiden auch in Sachen Filmmusik und in anderen Bands überaus beschäftigt sind, beglücken sie uns im Merlin mit jeder Menge Stücken aus ihrer aktuellen Platte "Albino" und viel mehr.
Zu sehen am 20. Januar im Merlin.

Mit ihrem in Berliner Kreisen in den frühen Nullerjahren angesagten Mix aus Deutschrock, Synthie-Pop, NDW und Hits wie "Döner für Alle" oder "Wasser oder Wodka" bedienen Mittekill leider kein Klischee. Denn hinter der teils versifften Schnapsfassade schlummert eine ernsthafte Seite. Auf dem frisch veröffentlichten Album "Die Montierte Gesellschaft" beispielsweise beschäftigt sich Frontmann Friedrich Greiling u.a. mit dem Thema Zuwanderung und integriert auch Flüchtlinge in die Videoproduktion von "ABC" (siehe oben). Sänger der Türen und Staatsakt-Labelchef Maurice Summen erklärt die multifunktionale Band in drei Sätzen folgendermaßen: "Mittekill ist Musik für Menschen, die das Buffet dem Menü vorziehen. Hier liegt alles schön drapiert auf dem 10-Meter-Ausziehtisch: Chanson, Electronic und Rock. Immerzu mit echter Punkhaltung - gleichzeitig aus tiefer Demut heraus. Er bringt mir also vor allem ein Gefühl von Freiheit in einer Welt, in der man immerzu in EINE Ecke gedrängt wird."
Zu sehen am 26. Januar im Merlin.

Weil der Drummer der Berliner Indierockband Mondo Fumatore direkt nach der ersten Tour die Band verließ, schlugen die verbliebenen Bandmitglieder Mondomarc und Gwendolin dem fehlenden Klang ein Schnippchen: Sie schmissen den Computer an, um den verlorenen Trommler zu ersetzen. Inzwischen hat das Berliner Duo mit Endai Hüdl einen Drummer und gleichzeitig Synthiebediener zugleich. Mondo Furmatore arbeiten seit jeher mit absurden Klangcollagen, die sie mit Hilfe von Diktiergeräten, Billigsamplern und bunten blinkenden Maschinen auf ihren eigentlichen Indie Rock projizieren.
Der Yum Yum Club, der am 11. September 2016 bei einem Konzert von Yung Hurn in Stuttgart von Paul Abbrecht, Philipp und Julian Knoth gegründet wurde, fischt ebenfalls in wilden Gefilden. Aus Schlagzeug, Trompete und Bass wird ein spannendes Etwas aus Trap, Jazz und Nois, das sich selbst "No Trap" oder "Fake Jazz" nennt. Dada wird hier nicht nur gepflegt, sondern auch gelebt.
Zu sehen am 27. Januar im Merlin.

Soweit über alles informiert müsst ihr nur noch uns Merlin gehen und euch live von der Vielfalt der diesjährigen Pop Freaks überzeugen. Husch husch!

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
13. Januar 2017
Hop oder Top: Die Pegeljahrescharts von Jelka Ottens

Hop oder Top: Die Pegeljahrescharts von Jelka Ottens

Die 17 schreibt sich schon, als wäre sie eine alte Bekannte, dabei ist sie erst 4 Tage alt. Das alte Jahr hallt noch nach, ging es doch mit lautem Knall und viel Rauch ins neue über. Das musikalische 2016 zusammenfassen: Unmöglich. Ein Versuch ist es trotzdem wert.

Mieseste Nummer
Ja, die hier kam schon öfter in 2016er-Charts vor, aber es ist wohl auch einfach die mieseste Nummer des letzten Jahres: Einige der wegweisendsten Musiker, darunter die wandlungsfähigsten, die vermutlich unser aller Kinderohr geprägt haben, haben uns 2016 verlassen. David Bowie, Prince, Leonard Cohen. Dabei ist die Frage, was wir heute mehr bräuchten, als Aufgeschlossenheit, Wandlungsfähigkeit und Mut zu Neuem?
In der Kategorie 'Weltraumballaden' bleibt sie die allerschönste:

Momente
Mal erwischt es dich im Auto, manchmal auf der Arbeit. Mal früh morgens, ein anderes Mal mitten in der Nacht. Die Lieder, die dich packen und eher kurze Momentaufnahmen sind, anstatt Teil eines Albums, welches man hoch und runter hört. Dazu gehören in 2016 unter anderem: Devendra Banhart "Won't You Come Over“, Fil Bo Riva "Franzis“, Loyle Carner "Stars & Shards“, Rüfüs "Brighter" oder Clock Opera "Whippoorwill".

Repeat
Alben, die 2016 in Dauerschleife liefen:
Michael Kiwanuka "Love & Hate": Seine schöne Retro-Soul-Stimme hatte es mir 2016 angetan. Wie das minutenlange Intro bei "Cold Little Heart“ vorgibt zum Outro zu werden, um dann nochmal richtig loszulegen. Ich kann es mir immer wieder anhören.
Allah-Las mit gleichnamigen Album: Anfang des Jahres den Tipp bekommen, haben sie mich besonders die erste Hälfte des Jahres verstärkt begleitet. Das Konzert im Oktober habe ich leider verpasst.
Kurt Vile "B'lieve I'm Going Down": Ich möchte dabei einfach den ganzen Tag im Schaukelstuhl hin- und her wippen!
Kevin Morby "Singing Saw": "I Have Been To The Mountain" – Anhören!
Tame Impala "Currents": Schneller Synth-Pop mit einer sensiblen Seite für müde Tage.

Memories oder auch neues Altes
2016 brachte uns Neues von Bon Iver und mir damit alte Erinnerungen: Die Entschlüsselung dieses kryptischen Zeichenwerks namens "22, A Million" könnte zwar das ganze 2017 dauern, aber es wird uns an tristen Tagen sicher genauso das Herz wärmen, wie es die alten Platten tun.
Mindestens genauso viel Melancholie erwarte ich vom bald erscheinenden dritten Album von The XX. Den Vorgeschmack "On Hold" gab es schon in 2016. Keine Neuerfindung, aber manchmal währt Altbewährtes eben doch am längsten.

Vorfreude auf
Festivals. Festivals. Festivals. Was ich 2016 verpasst habe, will 2017 nachgeholt werden. Ob Pop Freaks, Obstwiesen-, Burning Eagle oder Maifeld (Metronomy kommen!).
Ich habe mir Partizipation an Kunst und Kultur auf meine Liste der guten Vorsätze geschrieben. Denn wie komme ich anders zu Konzerten, bei denen ich am Strand bei Freunden im Arm liege und mich frage, ob Ort und Zeit überhaupt noch anerkannte Maßstäbe sind?

Text:
Jelka Ottens
Geschrieben am
04. Januar 2017
Hop oder Top: Die Pegeljahrescharts von Rene König

Hop oder Top: Die Pegeljahrescharts von Rene König

Ein weiteres Jahr nimmt sein Ende und raffte mehr Musiker dahin als nötig.
Unabhängig davon, gibt es die Listen die ihr so mögt. Fangen wir an:

Bestes Konzert
Auch wenn ich dieses Jahr auf Konzerten der größeren Art unterwegs war, so war für mich eines der kleinsten Konzerte mein Highlight 2016: Stick To Your Guns in der Alten Hackerei in Karlsruhe! Am 16 August spielten sie das komplette „Diamond“ Album durch. Es war sehr heiß, sehr eng und sehr intensiv.

Grausamstes Konzert
So richtig schlecht war eigentlich kaum ein Konzert, aber grausam organisiert war der Stadtmitte Abend mit Born Of Osiris und Veil Of Maya. Stundenlanges Warten ohne eine Info ob und wie es losgeht ist ziemlich uncool. Das dann quasi alle Vorbands keine 15 Minuten spielen durften war vorsehbar.

Bestes Album
Gerne würde ich hier nun auf die deutschen Metalgrößen Caliban oder Heaven Shall Burn zurückkommen, doch hat 2016 Annisokay hier die Nase vorne. Nicht nur ihre Michael Jackson EP „Annie Are You Okay?“ sondern auch dem neuen Album „Loud“ konnte ich mehr als nur einmal ein Ohr abgewinnen.

Enttäuschung des Jahres
Das immer weniger Konzerte aus dem Rock und Metal Bereich ihren Weg nach Stuttgart finden. Immer wieder muss man auf Wiesbaden, Karlsruhe oder München zurückgreifen. Dort wird dann teilweise auch nur in Miniclubs gespielt. Auf der anderen Seite ist das Club-Sterben im Kessel prägnanter als jemals zuvor: Zwölfzehn steht vor dem Aus und auch der Keller Klub wird wohl langfristig seinen Standpunkt nicht mehr halten.

Mieseste Nummer
Alles von Mark Forster dieses Jahr! Egal was. Meine Reaktion sieht immer so aus:

Text:
Bettina Marquardt
Geschrieben am
02. Januar 2017
Hop oder Top: Die Pegeljahrescharts von Tobias Leicher

Hop oder Top: Die Pegeljahrescharts von Tobias Leicher

Wenn man dieser Tage die sozialen Medien durchschaut, ist man (insbesondere in den Zeiten zwischen den Jahren) erschlagen von einer Welle Menschen, die hoffen, dass dieses furchtbare Jahr endlich zu Ende gehe. Es haben so so viele gute Musiker, Schauspieler und andere VIPs ihre letzten Wege angetreten und es scheint einfach, das Jahr 2016 verantwortlich zu machen. Leider wissen wir wohl schon jetzt, dass auch 2017 wieder Menschen und Idole von uns gehen werden, aber da es dieses Jahr auch für mich auffällig war, wie viele Menschen von meiner must-see-Konzert-Liste verstorben sind, starten wir mit dem größten Verlust des Jahres und dem Schlechten, die dieses Jahr für mich ausgezeichnet haben:

Größter Verlust
Für mich war der musikalisch wohl größte Verlust David Bowie, er stand doch immer noch auf meiner Liste der must-sees und leider ist kurz vor Ende des Jahres auch noch George Michael zu ihm auf den ersten Platz gestoßen. So stehen zwei große Musiker auf diesem Treppchen, wobei auch gerade die Person George Michael für mich eine großmütige und liebenswerte Größe der Showbranche war. Der Gute spielte mal ein Privatkonzert für die Pflegekräfte seiner Mutter - das nenne ich wirkliche Größe!

Zwei herbe Verluste in der Stuttgarter Club- und Konzert-Szene sind auch noch zu beklagen, zum einen beginnt die Renovierung der Wagenhallen, an deren Ende wir aber natürlich und sogar zwei noch bessere Konzertlocations haben werden, da es bald auch das Foyer als bespielbare Fläche geben wird. Der wesentlich tragischere Verlust ist das noch unklare weitere Bestehen des Zwölfzehn, bei dem man in der bisherigen Location an der Paulinenstraße leider keine Pachtverlängerung erzielen konnte und - Stand heute - noch keine neue Location gefunden hat. Wie viele durchtanzte Nächte ich in diesem Laden hatte kann man kaum zählen und neben dem Kellerklub (der dieses Jahr ja auch eine Zitterpartie ob des Fortbestandes hatte) einer der wenigen Läden ist, in dem gute Indie-Parties gefeiert werden können.

Traurigste Veränderung
Machen wir es kurz, der BREXIT hat mir gezeigt, dass Populisten im Lande der Demokratie schnell Mehrheiten bekommen können. Viele gefühlte Wahrheiten werden überall auf der Welt mehr und mehr für bare Münze genommen und es gab im vergangenen Jahr definitiv zu wenig kritische Geister, das darf 2017 gerne wieder anders werden. :)

Die Party-Bilanz
Wie schon bei den Verlusten notiert, war es eine Zitterpartie für Freunde von Alternative, Indie und Rock dieses Jahr. Leider stelle ich aber auch fest, dass die Parties früher schlichtweg einfach besser besucht waren. Trotz Rekorden bei Southside und allen möglichen Festivals scheint das Tanzen zu Indie Smash Hits etwas aus der Mode zu geraten. Ich gebe mein bestes, dass sich das mal wieder ändert. Also, liebe Leser, auch schon mal zu etwas anderem als Elektro oder Hip Hop die Hüften schwingen! Lieblingsparty im vergangenen Jahr war übrigens die Dead Disco im Zwölfzehn und ja, bitte erschießt mich dafür, das letzte Lied war Programm: Ich hab getanzt als gäbs kein morgen mehr. Ganz dicht gefolgt auf Platz zwei sind die Laut und Kantig Parties von DJane Christiane Falk im Kellerklub, bei denen es neben Indie auch etwas Härteres auf die Ohren gibt.

Interessanteste Neuentdeckung
Nach meiner Wiederentdeckung von Kraftwerk im letzten Jahr, hat dieses Jahr Drangsal mein Synthie-Herz höher schlagen lassen, ebenso wie der Soundtrack der fantastischen Netflix Serie Stranger Things, in der auch einer meiner all-time Favourites, Joy Division, zu neuen Ehren kamen. Ein weiteres deutsches Highlight, das noch zeigen muss ob es zu mehr reicht, ist definitiv Stabil Elite mit Alles wird gut.

Schönster Festival Moment
Das schönste Festival war dieses Jahr - verglichen mit dem Maifeld Derby - das schöne Burning Eagle in Reutlingen, auch wegen des besseren Wetters, aber auch weil man so entspannt wie nie neue Musik entdecken konnte. Ein weiterer toller Moment war wie der gesamte Marienplatz beim Marienplatz Fest im Takt zum Pullup Orchestra sprang. Auch wenn die Jungs und Mädels nicht meine Musik spielen, habe ich Hochachtung vor der sportlichen Leistung dieses Auftritts und vor allem der Art wie die Schweizer das Publikum mitnahmen, das war sogar noch etwas besser als Meute beim Maifeld Derby.

Verpasster Hype oder Hype, der erst nach Jahren bei mir ankam
Hypes sind nie mein Ding gewesen. Dieses ganz Vong und 111111 zieht leider oft an mir vorbei, immerhin haben dieses Jahr die Sparkassen mit ihrer Werbung dazu beigetragen, dass ich diesen Trend zumindest bemerkt, wenn auch wenig verstanden habe...

Warum das hier und diese Welt trotzdem ein toller Ort sind
Viele blicken frustriert auf dieses doch merkwürdige Jahr zurück, das eine Freundin so treffend kommentierte: "Wenn man keine Zeitung gelesen hätte wars ganz gut, das Jahr". Doch trotz allem Schlechten und Bedenklichen vergessen wir oft, dass die Welt gar kein so schlechter Ort ist, dazu habe ich zum Abschluss eine Grafik für die Menschen ohne Zeit und einen tollen TED Talk für die, die mit gutem Gefühl nach 2017 schlittern wollen. Die Message ist simpel: Die Welt war nie ein besserer Platz als heute, trotz allem Schlechten gilt dies sowohl absolut, als auch relativ!

Kurzfassung findet ihr hier

Text:
Tobias Leicher
Geschrieben am
31. Dezember 2016