Kulturpegel

 
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Ein Blick hinter die Kulissen des Void Fest
 
 

Ein Blick hinter die Kulissen des Void Fest

Beim diesjährigen Void Fest haben wir etwas hinter die Kulissen gespickelt, indem wir Voidian Nik etwas ausgequetscht haben.

Bevor es losgeht, eine kurze Infos: Nik ist Mitglied vom Void e.V., der das ganze Spektakel seit jeher nach D.I.Y. Prinzip auf die Beine stellt.

Kulturpegel: Zunächst würde ich gern erfahren, wie alles angefangen hat. Wie hat
sich der Verein gegründet, wie kamt ihr auf die Idee, das Void Fest unter dem D.I.Y. Prinzip zu organisieren?

Nik, Void e.V.: Also, der Grundstein gelegt wurde nach einer Party. Ein Gründungsmitglied wollte seinen Geburtstag etwas "größer" feiern und da im engeren und größeren Bekanntenkreis viele Musiker (samt Bands) waren, noch dazu alle viel auf Konzerten und Festivals unterwegs sind/waren, haben wir damals einfach ne kleine Bühne gebaut und viele Freunde eingeladen. Zu der Zeit lief das Ganze als "Void Generator Party" - Nach der Empfindung der Generator Parties der Desert Rock Szene.
In diesem Jahr war es einfach nur eine Geburtstagsfete mit ungefähr 60 Leuten. Aber als wir dann in den Endzügen der Party (relativ feuchtfröhlich) in den frühen Morgenstunden zusammensaßen, kam einigen der Leute der Gedanken, so Etwas wie diese Party einfach mal ne Nummer größer zu versuchen.
Einige Freunde fassten dann den Entschluss und planten das aller Erste Void Fest (2012, in Stamsried - auf dem Privatgelände eines der Gründer). Im gleichen Atemzug, war es klar, dass wir das Ganze als Verein stemmen wollen. Und so wurden einige Weichen gestellt, die zu der Gründung des Void e.V. führten, ein Verein, dessen Augenmerk darauf liegt, in Eigenregie verschiedenste wertvolle und einzigartige Musiker in den Bayerischen Wald zu bringen (wo ein kultureller Durst definitiv vorhanden ist) und so die Kulturlandschaft für Jung und Alt aufzuwerten und neue Sichtweisen, Szenen, Musikgenres Nährboden und Bühne zu bieten.
Das D.I.Y. Prinzip ist praktisch Steckenpferd unseres Vereins – viele aus dem Team entstammen der Hardcore/Punk Szene in der dieser Spirit ebenso vorherrscht. Unser eigener Anspruch an die Qualität soll direkt an den Mann/die Frau gebracht werden, und das wirklich ungefiltert aus unseren eigenen Händen. Wir nehmen damit sehr viel Aufwand auf uns, jedoch ist dies für uns ein existenzielles Thema. Alles was man auf dem Festival sieht (Zelte, Buden, Bauzäune, T-shirts, Bühne, Bühnenbild, etc.) ist von uns eigens aufgestellt, zusammengebaut, gedruckt, konstruiert worden. So entsteht auch ein ganz besonderer persönlicher Bezug zu dem Festival und den Gästen.
Wir sind auch sehr stolz darauf, wirklich alles selbst stemmen zu können, ohne irgendwelche Firmen o.Ä. von außen. Um dies weiterhin durchführen zu können, bleiben wir auch weiterhin bei dem Besucherlimit von 1000 Gästen.

Kulturpegel: Wie viele Vereinsmitglieder stemmen das Void?

Nik: Als "Innerer Kreis", der wirklich über das ganze Jahr mehr oder weniger mit der Planung zu tun hat, sind es ca. 15-20 Leute. Auf dem Festival selber kommen dann zu der offiziellen Crew nochmals ca. 40 Leute dazu (und dann gibt es jedes Jahr viele tatkräftige freiwillige Helfer, die auch einen riesigen Beitrag an Hilfe leisten).

Kulturpegel: Wieso musstet ihr die Location wechseln?

Nik: Wir mussten letztes Jahr auf einen anderen Platz ausweichen, da durch die stärkeren Regenfälle im Jahr 2016 und der damit aufkommenden Schlammentstehung, die Wiesen am Festivalgelände relativ ramponiert wurden. Da diese Fläche auch landwirtschaftlich genutzt werden, haben wir mit dem Besitzer besprochen, das nächste Jahr auszusetzen, um der Natur eine Regenerationsphase zu gönnen.

Kulturpegel: Ihr bietet ja ein sehr breites Spektrum an verschiedenen, ausgefallenen
Bands an. Nach welchem Prinzip werden diese auserkoren, auf dem Void zu spielen?

Nik: Das Line Up ist für uns jedes Jahr mit das Aushängeschild unserer Qualität, die wir liefern wollen. (Praktisch, immer etwas neues/besonderes/exklusives draufzusetzen). Das Prinzip der Auswahl funktioniert in der Regel so: Jemand aus dem Team oder einer der zwei Booking Agenten findet eine Band (die ihm aus den und den Gründen zusagt: Potential, Exklusivität, Kultstatus, etc.). Dann werden diese im Gruppenverband vorgeschlagen. Danach wird demokratisch abgestimmt - und im Bestfall dann gebucht.

Nach 40 Minuten ausverkauft.

Kulturpegel: Wie schnell waren die Tickets dieses Jahr ausverkauft?

Nik: Genaue Angaben sind hier sehr schwierig, weil wir das Gefühl haben, das der Server von Bigcartel jedes Jahr wieder um die Uhrzeit, in der wir die Tickets freischalten, Zicken macht, aber wir denken, dass es ca. 40min waren. (!)

Kulturpegel: Wie kommt ihr bei euren neuen Nachbarn an?

Nik: Dieses Jahr, auf der neuen Location haben wir lediglich von einer Person eine "Beschwerde" bekommen, die sich dann aber wieder gelegt hatte, als wir sie dann am nächsten Tag zu uns eingeladen hatten, um sich das Ganze mal einfach anzuschauen. Dann war auch dieser Anwohner überzeugt und hatte auch noch Spaß. Ansonsten hatten wir eigentlich immer recht viel Glück, weil wir ja doch recht abgeschieden sind/waren.

Kulturpegel: Einige Festivals in Bayern mussten an diesem Wochenende ihre Zelte
wegen des Unwetters abbrechen. Habt ihr auch mit dem Gedanken gespielt?

Nik: Das haben wir auf mitbekommen, ja. Wir standen auch zehn Minuten unter extremen Stress und Entscheidungsdruck, wie wir als nächstes vorgehen. Es war uns bereits klar, dass eventuell ein Gewitter aufziehen wird, deswegen war in dem Moment ruhig und überlegt zu reagieren das Wichtigste. Es gab daraufhin eine Krisenbesprechung mit den Hauptverantwortlichen des Festivals, was als nächstes zu tun ist. Weil wir im Jahr 2014 schon einmal in eine Gewittersituation gekommen sind, wussten wir einigermaßen, wie wir uns verhalten mussten. Schnelles Reagieren wurde dann mit den anderen Teammitgliedern kommuniziert (z.B. die Bauzaunplanen abzumontieren, damit diese nicht von den Windböen weggerissen werden, oder allen Besuchern via Durchsage zu empfehlen entweder in die Autos oder in die großen sicheren Zelte zu gehen, etc.). Etwas Angst war mit im Spiel, aber durch die gute Abwägung (mit Hilfe des Agrar-Radars eines ansässigen Landwirts) und der Absprache im Team, konnten wir die prekäre Situation bestmöglich meistern.

Kulturpegel: Wer gestaltet diese wunderbaren (Band-)Plakate?

Nik: Die Plakate werden jedes Jahr von mir (Nikolaus Simml, 27) gestaltet. Ich versuche seit drei Jahren mehr oder weniger eine Linie in die Konzeptgestaltung zu bringen. Ich werde jetzt bald mit meinem Kommunikationsdesign Studium fertig, in dem ich mich auf Illustration spezialisiert haben.

Jeder kann Teil des Voidfestes werden!

Kulturpegel: (Wie) kann man Void e.V. Mitgleid werden?

Nik: Jeder, der entweder einfach nur Teil des Void e.V. sein will, oder sich aktiv einbringen will mit Rat und Tat, neue Freunde und Bekannte treffen will, kann sich gerne via Facebook oder E-Mail bei uns melden und zu einer unserer Sitzungen kommen und sich das Ganze mal genauer anschauen. ((https://www.facebook.com/VoidFest "www.facebook.com/voidfest") und info@voidfest.de)

Kulturpegel: Können wir schon etwas über das Void 2018 erfahren?

Nik:Wir werden uns jetzt erst, wie jedes Jahr nach dem Festival auf unserer Helferparty zusammensetzen und den guten Verlauf 2017 begießen. Danach beginnen wieder einmal die Gespräche, ob, wie, wer, wann, wo, das Void Fest stattfindet. Da lassen wir uns mal selbst überraschen.
Aber wenn es weitergeht, dann mit dem Anspruch, besser, schöner und vielfältiger zu werden.

Schöne, hoffnungsvolle Worte von Nik. Danke an dieser Stelle nochmal für das Interview. Wir sind gespannt und freuen uns auf das Void 2018!

Nik Nik
instrumental, ambient, post-rock, piano, melancholic
Text:
Mary Hinzmann
Geschrieben am
06. September 2017