Kulturpegel

 
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Everdeen feiern ihre neue EP

So jung und schon so komplex.

Mist, gerade so zu spät zum Support, den man wirklich hätte mitnehmen müssen: Tin Woodmen haben das Merlin Berichten zu Folge angenehm vorgewärmt. Aber zum Glück haben die Jungs aus Owen auf ihrer Facebookseite ständig neue Live-Termine in Petto.

Nun aber zur Hauptband des Abends, die den Releasetag ihrer neuen EP gebührend feiern wollen. Hinter Everdeen, die Wurzeln in Stuttgart sowie Californien nachweisen können, steckt live nämlich jede Menge Hochgefühl. Frontfrau Sümeyra wirkt selbstbewusst und willensstark. Ihre Ansagen, in denen sie oft ein paar Worte zu ihrer Motivation verliert, kommen einfach so von Herzen.

Und auch, wenn sich ihre Stimme manchmal vor Aufregung, weil ein ganzer Haufen Familie und Freunde die ersten Reihen besetzt, oder auch vor glühender Leidenschaft für die Songs überschlägt, fühlen sich Everdeens Songs eigenartig schön an. Vielleicht aber auch gerade deswegen. Klar, denkt man dabei schnell an Bands wie Daughter oder Mitski.

Als Band bilden Everdeen auch mit der neuen Bassistin namens Nathalie eine homogene Einheit. Ihre Songs drehen sich ständig um Spielereien von Drummer Thommy Mross und Gitarrist Ian Stahl, dessen Finger sich auch gerne Mal zwischen ein paar Synthies verirren. Auch die Sängerin lässt sich immer wieder spürbar zwischen die Melodien fallen. Dabei fällt auf, dass gerade die neuen Stücke wie "Clouds", das Everdeen schon bei den Popbüro Sessions zum besten gaben, ein immer komplexeres Licht auf den Stil der jungen Band werfen. In diesem Sinne: Stay tuned.

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
04. März 2017