Kulturpegel

 
Konzertberichte in Wort und Bild
 
 

Fink im LKA

Eindringlicher Gitarren-Songwriter-Pop mit elektronischen Gewürzen und charismatischer Stimme aus UK.

Drei Jahre ist es nun her, dass Fink letztmals in Stuttgart live im Rahmen seiner „Hard Believer" Tour auftrat. Wieder ist ein neues Album, das vor wenigen Wochen erschienene "Resurgam", der Anlass und wieder gastiert er im altehrwürdigen LKA Longhorn. Live Performances von Fink haben einen atmosphärisch dichten, fast intimen Charakter. Der inzwischen in Berlin lebende Sänger und Gitarrist Finian Greenall, wird live seit einigen Jahren von Guy Whittaker am Bass und Tim Thornton an den Drums begleitet. Diese erfahrenen Mitstreiter verwandeln die Kompositionen Greenalls durch ihre reduzierte, geschmackvolle und variable Interpretation regelmäßig in Perlen musikalischer Einfachheit, die die Aufmerksamkeit des Zuhörers auf die Details der Songs richtet.

Dazu braucht es eben oftmals auch nicht viel mehr, als eine raffinierte, minimalistische Instrumentierung und die immer spannend erzählende Stimme von Finian Greenall. Songs, die bis auf die musikalischen Knochen runtergekocht wurden, werden anschließend gerne auch mit elektronischen Elementen, wie einem mit Ringmodulator und Delay durchsetztem Gitarrensound oder spacy Dub-Sounds oder verzerrter Gitarre neu angereichert, ohne den wahren Kern der Stücke zu verschleiern.

Fink zeigt auch auf seinem inzwischen sechsten Studio-Album "Resurgam" und mit gestiegenem Bekanntheitsgrad, was für ein hervorragender Songwriter und Collageur er ist. Er hat darauf seinen Stil manifestiert, überrascht aber auch mit bisher unerhörten Sounds und Stilmitteln, wie beispielsweise mit Singlenote-Gitarrenspiel und afrikanischer Percussion und Chören in "Godhead".

Finks Songtexte haben einen unverwechselbaren Charakter und sind durchdrungen von großer Beobachtungsgabe, Reflexion und tatsächlich auch Humor, die von seiner tragenden und eindringlichen Stimme unheimlich dicht und intensiv vorgetragen werden. Fans atmosphärischer Songwriter-Musik, denen Berührungsängste mit anderen Stilen fremd sind, sollten diesen Abend im LKA auf keinen Fall verpassen.

[Gastautor: Michael Rilling]

Text:
Geschrieben am
23. Oktober 2017
Fink Fink
Indie, singer-songwriter, downtempo, ninja tune, chillout