Kulturpegel

 
Konzertberichte in Wort und Bild
 
 

Kakkmaddafakka im Wizemann

Unbändig gute Laune.

Zu einem ausgedehnten "Champions League Anthem" tollen Kakkmaddafakka nacheinander auf die Bühne. Die sechs Norweger feiern sich schon bei diesem ersten Auftritt so hart, dass man fast Angst bekommt, gleich geht Ihnen die Luft für den Rest der Show aus. Doch falsch gedacht.

Kakkmaddafakka bieten jedes Lied dar, als wäre es ihr letztes. Sie lüften T-Shirts, hüpfen wie kleine, meist blonde Flummis über die große Bühne des Wizemanns und kaspern bekannte Hits genauso wie neue, etwas molligere Songs ab. "Touching" oder "Someone New" werden für die schönen Menschen Stuttgarts angestimmt. "I see there are a lot of sexy bitches in the house" und "Bitches and hoes!" schallt es durch die Halle, großen Jubel hallt es wider.

Eine Bank, auf die man setzen kann.
Selbst zwischen ihren Liedern machen Kakkmaddafakka keine Pause, sondern nur kleine Ausflüge in ein paar Offbeats. Alle freuen sich über diese Ausdauer und trällern kräftig, japsend, lautstark Hauptstimme und Chor mit."Is She" geht mit flugs gewechseltem Tempo fast nahtlos auf "Gangsta" über. Auch vom neuen Album gibt es schöne, wenn auch ungewohnt gediegene Liveversionen. Doch die sichere Bank, auf die man bei einem Konzert der Norweger setzen kann, lässt auch heute keinen im Stich. Dass sich die Band nach wie vor nicht ernst nimmt, beweist der Perkussionist Lars Helmik Raaheim-Olsen, indem er zum Mikrofon greift und gefühlvoll die Hymne der 90er an die Liebe anstimmt: "What Is Love" von Haddaway.

Die Euphorie scheint auf dem Höhepunkt angelangt. Bevor es an die Zugabe geht, gibt es noch ein feucht-fröhliches "Forever Alone" zu hören. Natürlich wird auch hier aus vollen wie bierseligen Kehlen mitgesungen. Zum Abschluss wird noch die Kakkmadda-Flagge stolz über die Bühne getragen und Arm in Arm ein Abgang zu "Money For Nothing (And Chicks For Free)" von den Dire Straits gemacht. Humor haben sie ohne Zweifel, diese sechs, noch immer munteren Kerlchen.

Kakkamaddafakka sind auch beim zigsten Mal und ohne ihren Kakkmaddachoir qualitativ hochwertige Abendunterhaltung. Die bis zum Ende ansteckende gute Laune der Norweger lässt wie gewohnt alle über die permanent in Ansagen verwobene "Motherfucker" und "Bitches" hinwegkichern, die aus Axel Vindenes Mund, aber ohnehin nur kumpelhaft zünden. Für die, die es noch nicht wussten, der Name der Band soll irgendwas mit "Partylöwe" bedeuten. Und ja, diese an sich selbst gestellte Anforderung an einen extrem langen Atem erfüllen sie trotz ruhiger angeschlagenen Tönen auf "KMF" live noch immer.

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
16. April 2016
Kakkmaddafakka
Indie, norwegian, indie rock, alternative, rock