Kulturpegel

 
Konzertberichte in Wort und Bild
 
 

Kitty, Daisy & Lewis im LKA

Die Hanson unter den Retro-Bands

Dass Geschwister eine Band gründen, ist nichts Ungewöhnliches. Ja, manche ziehen sogar ihre ganze Familie mit rein. Die meisten zerstreiten sich und gehen getrennte Wege.
Die einen sind erfolgreicher, die anderen weniger.
Ganz ähnlich scheint es mit den Retro-Bands. Es gibt sie, manche sind gut, andere eben nicht. Oftmals wirkt es aber auch ein bisschen peinlich, denkt man vor allem an die deutschen Ableger wie The Boss Hoss oder Sascha, der vom Pop-Schmuse-Sänger zum Rockabilly mutierte und wieder zurück. Naja.

Anders verhält es sich bei Kitty, Daisy & Lewis. Drei Geschwister, manchmal sogar mit Live-Unterstützung der Mutter, die eine Retro-Band gegründet haben. (Noch) nicht zerstritten liefern sie einen absolut authentischen Sound ab. Auch wenn viele ihrer größeren Erfolge Coverversionen von Hits aus den 50er und 60er Jahren sind, beweisen sie mit ihrem aktuellen Album, dass sie auch ganz formidabel alleine Musik machen können die klingt, als wäre sie vor 40 Jahren aufgenommen worden. Bei Good Looking Woman dachte ich wirklich kurz, Chuck Berry hätte sich in die Playlist geschummelt. Bei Baby Bye Bye kommt ein fast karibisches Flair auf. Die Abwechslung auf dem neuen Album sorgt dafür, dass man bei einem Konzert der drei nicht Gefahr läuft, dass nach zwanzig Minuten jedes Lied gleich klingt (was ja manchmal durchaus passieren kann). Ebenfalls gibt es mehr männliche Gesangsparts, was zusätzlich für Abwechslung sorgt.

Außerdem, aber nur so am Rande, hat Kitty gemeinsam mit King Khan einen Track aufgenommen. Es besteht also die sehr, sehr geringe Chance, dass während der Show King Khan irgendwann auf die Bühne springt. Wir werden sehen. Getanzt wird mit deutlich größerer Wahrscheinlichkeit.

Text:
Julian Fischer
Geschrieben am
20. Oktober 2015