Kulturpegel

 
Konzertberichte in Wort und Bild
 
 

Lea Porcelain & Real War im Merlin

Hymnen für die Nacht.

„Lea Porcelain haben Songs, die hinterherkommen, die auf Augenhöhe sind mit den Ausgehungerten. Und die Berliner sammeln glücklich die Möglichkeiten der Gegenwart ein. Denn sie knallen. Ihr Sound ist breiter, wuchtiger als 1980. Sie borgen, aber sie klatschen auch weg. Da ist der Hall, die Klangsignatur des Postpunk schlechthin, circa The Cure auf der gigantischen Disintegration, aufgenommen in ihrer eigenen Kirche des Zögerns. Hymns To The Night hat Druck und die Tanzfläche. Und ist zum Glück kein weiterer Vertreter des Nichtgenres Dreampop."

Soweit, so gut. Doch was hinter diesem Pressetext reizt uns, das Konzert von Lea Porcelain im Merlin zu besuchen? Lea Porcelain bestehen aus einem Techno-Produzent und einem Singer-Songwriter, die gemeinsam die hohe Kunst des Leidens in Musik verpacken. Sie sind nachdenklich, düster, dabei immer zeitlos. Manche vergleichen sie also mit The Cure, manche mit Joy Division. Wir würden behaupten, Lea Porcelain, das sind Markus Nikolaus und Julian Bracht. Die zwei Frankfurter haben im Juni 2017 ihr Debütalbum “Hymns to The Night” veröffentlicht. Einen melancholischen Erstling, irgendwo zwischen vielerlei Süielarten des Postpunk. Und dabei so vielversprechend, dass sie sich schon im Vorprogramm von Alt-J platzieren konnten.

Gespannt? Dann kommt ins Merlin! Support spielen die wunderbaren Real War!

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
02. April 2018
Lea Porcelain Lea Porcelain
new wave, post-punk, german, electronic, electronica