Kulturpegel

 
Konzertberichte in Wort und Bild
 
 

Duup duup ah, Metronomy in Heidelberg

Wenn die Briten kommen, macht der Karlstorbahnhof die Schotten dicht und schickt die Meute zur Heidelberger Stadthalle. Stark sinnvoll, da das Ambiente dieses charmanten Gemäuers sowieso besser zu den schneeweißen Anzügen der Musiker passt und so viele Leute realistischer Weise auf keinen Fall in den Karlstorbahnhof gepasst hätten.

Mit Stadthallen stehe ich per se ja mal auf Kriegsfuß. In der Regel funktionsorientierte Kulturfabriken, mit dem Anspruch für jede erdenkliche Veranstaltung der richtige Ort zu sein. Dies kann man der Heidelberger Stadthalle aber kaum vorwerfen. Klar, man muss schon Abstriche machen, wir mussten zum Beispiel feststellen, dass die Empore mit Getränk gar nicht geht und sind den Anweisungen der Ordner brav gefolgt und haben das Konzert dann proaktiv von unten miterlebt.
Zumindest hat das alles ganz gut gepasst, mit Metronomy, meiner Stimmung und dieser Stadthalle.

Musikalisch ist das immer so eine Sache mit diesem Electro-Pop. Wenn man Metronomy von der Platte kennt, wird man recht überrascht sein, live klingt sie eher nicht so nach Sofa-Hollundertee-Schokokuchen, sondern eher nach Party. Aber so muss das sein, so macht es Spaß. Die Band schien sich zumindest sehr wohl zu fühlen. Sie war ganz erstaunt, dass es schon ihr vorletztes Konzert der Tour sei und das es natürlich eine Ehre wäre, an solch einem Ort spielen zu dürfen.

Das Publikum war die erste Hälfte des Konzerts, zumindest in Bezug auf das Tanzen, eher zurückhaltend. Dem Herrn Cash schien das recht egal, er ließ die Band, selbst, fast in Trance, ein Solo nach dem anderen abfeuern. Dies war wohl das, worauf die Meute gewartet hatte, denn dann begann das Tanzen, erst nur in der Mitte, später hat sich das rhythmische Wippen fast bis an den äußeren Rand ausgebreitet. Außer so ein Typ direkt neben mir, der hatte, glaube ich, richtig viel Spaß zu stehen. Also sich nicht bewegend zu stehen. Stehend Stehen, quasi. Zumindest wurde getanzt und die Musik streifte sämtliche Genres, in meinen Notizen steht „Das klingt jetzt aber schon fast nach Techno“. Und ja, Metronomy hat Gas gegeben. Und ja, es war schön. Und ja, ich komme wieder.

Text:
Robert Böing
Geschrieben am
16. Dezember 2014
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electronic, new rave, experimental, electro, glitch
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