Kulturpegel

 
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New Fall Festival 2017: Michael Kiwanuka

Ein Talent, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Mit Michael Kiwanuka kommt ein ganz großer Musikact zum New Fall Festival nach Stuttgart. So hört er sich zumindest an. Nach Musikgrößen wie Bill Withers, Otis Redding oder Curtis Mayfield, mit denen er (zurecht) zu genüge verglichen wurde.

2012 wurde der Londoner mit ugandischen Eltern in der BBC-Prognose für den Sound of 2012 auf den ersten Platz gewählt und damit zur größten musikalischen Newcomer-Hoffnung des Jahres. Kurz zuvor ging er mit Adele auf Europatournee und ab da die Erfolgsleiter immer weiter hinauf.

Diejenigen, die ihn nicht bereits im Juli diesen Jahres bei den Jazz Open in Stuttgart live gesehen haben, können gespannt sein, vor welcher musikalischen Kulisse und mit welchen instrumentalen Arrangements er uns am Sonntag in andere Sphären des Blues, Soul, Folk und Gospel befördern wird.
Mit seinem stärksten Instrument – seiner Stimme – wirft er einen auf die sanfteste Weise zurück in die sechziger und siebziger Jahre und klingt dabei nicht nach Imitation, sondern so wahr, dass er dem Genre des Retro-Souls neu zeigt, was zeitlose Musik ist.

Er trägt den Soul in sich, zweifelsohne. Ist sein 2012 veröffentlichtes Debütalbum „Home Again“ noch traditionsreicher und akustischer, hat das zweite Album „Love & Hate“ aus 2016 eine individuellere Handschrift, zeigt sich moderner und Michael Kiwanukas` Leidenschaft für psychedelische Rockmusik à la Jimi Hendrix oder Radiohead.

Seine Lieder sind oft melancholisch und sehnsuchtsvoll, dann wiederum groovig und so treibend, dass man alles um sich herum vergessen und wie der Mann im wunderbaren Video zu „One More Night“ einfach lostanzen möchte.

Also auf, auf am nächsten Sonntag in die Carl Benz-Arena und sich den Groove in die losgelösten Glieder treiben lassen!

Text:
Jelka Ottens
Geschrieben am
12. November 2017
Michael Kiwanuka Michael Kiwanuka
soul, blues, jazz, singer-songwriter, seen live