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Turbostaat in der Roehre Stuttgart
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Turbostaat in der Roehre Stuttgart

Die Turbostaat Boys entern die Röhre in Stuttgart. Das wurde auch mal Zeit! Am 2. November wird nicht Urlaub auf Fuhferden gemacht sondern Surt und Tyrann versprüht.

Warum kannst du das nicht selber tun? Nickt der Kopf nur noch mit weil die Furcht alles ist und das Leben nur im Fünfwürstchengriff? Oder auch nicht.

Die Stuttgarter konnten es sehr gut selber tun! In Undergroundkreisen ist Stuttgart ja die Hauptstadt des Taktgefühls und Mitsingstärke. So verwunderte es nicht das Turbostaat und die Röhre nicht nur gut funktionierten, sondern auch 300 feierwütige Menschen und ein Mittwoch Abend. In der Hinterhand immer noch das aktuelle Islands Manöver welches sie durch alle Teile Deutschlands schickt. Aber diesmal halt in größeren Rockstuben, wie die Röhre im Vergleich zum Keller Klub nun mal ist. Der Sound war ganz okay, aber wenn kümmert das schon wenn die 5 verrückten Friesen zum Tanz bitten. Auch das Licht machte heute einen guten Eindruck in den Händen Turbostaats, da wurde mal pulsierend gewabbert (das Wort gehört mir!), oder mit 100 Halogen-Scheinwerfern gleich die Halle ausgeleuchtet. Alles im Takt und alles in Schön. Während die Gitarren schön ausbalanciert waren und auch das Schlagzeug nicht zu doll laut war, war leider der Hintere Gesang zum Teil kaum zu verstehen. Vielleicht stand ich auch einfach nur ungünstig. Blöd für den Bericht, aber erfreulich für den Abend: verwackelte Bilder! Tut mir leid, ich dachte aus der Nähe Fotos zu machen wäre eine gute Idee. War sie nicht. Zumindest nicht mit einer Kamera in der Hand. Don´t f*ck with Pogo-Peoples.

Eine Liederliste, oder auch Setlist genannt, zu präsentieren wäre schier unmöglich. Das sprengt den Rahmen. Denn neben allen Hits der letzten Alben durften auch die guten alten Schwan und Flamingo Zeiten angeschnitten werden. Das Sänger Jan die Lieder nicht zu den Alben zu ordnen konnte sei ihm verziehen. Auch da waren die Homies aus Stuttgart wieder textsicher. Huiuiui. Turbostaat selbst zeigte sich als Band gewachsener und spielfreudiger wie eh und je. Selbst wenn das Bassmonster mit dem Riesenbart Tobert ein wenig furchteinflößend wirkte. Da war Liebe und Behaglichkeit in der Bühnenluft. Nach 23 Liedern komprimiert auf 100 Stunden volle Seite Punkrock nahm der Abend seine gewohnte Endung an: Das Entfleuchen in die dunkle, kalte Nacht. Ach deswegen heißt es Fuckwinter auf den Turbostaat-Pullis.

Ha! Ihr dachtet schon: hat der die Vorband vergessen? Nee hab ich nicht. Frau Potz hatte es nicht ganz so leicht wie später die Turboboys. Der Gesang, der sehr gut war, kam etwas drucklos und matschig aus den Boxen. Egal wo man in der Halle stand. Dabei gab sich Sänger und Gitarrist Felix richtig mühe. Musik, die genauso punkig ist wie Turbostaat. Wenn nicht sogar ein bisschen härter. Ist halt eher was für den kleinen Club, da könnte man das schon ordentlich abfeiern.

Text:
Rene König
Geschrieben am
21. September 2011
Turbostaat Turbostaat
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