Kulturpegel

 
Konzertberichte in Wort und Bild
 
 

Two Door Cinema Club in LKA

Die Nordiren wissen, ihre Fans im ausverkauften LKA zu entzücken.

Gestern Abend war es wieder soweit: die sympathischen Nordiren von Two Door Cinema Club gastierten bereits zum zweiten Mal nach 2013 im ausverkauften LKA Longhorn. Alterstechnisch bestand das Publikum vor allem aus Anfang- bis Mittzwanzigern, mit der zu erwartenden hohen Dichte an Vollbärten und Jeanshemden.

Das Vorprogramm besorgten die netten, aus Byron Bay in Australien stammenden Parcels, welche dieser Tage allerdings in Berlin sesshaft sind und vermutlich so vom Hype um Bands wie TDCC in Europa profitieren können. So war auch eine gewisse Affinität zum Hauptakt des Abends zu erkennen (zum Beispiel bei "Games of Luck", welches sich im Programm gut sortierter Radiostationen findet), wobei großer Einsatz von Funk und 80er-Pop mit der gelegentlichen Improvisationseinlagen Parcels Eigenständigkeit bezeugen. Kurz: Eine erfrischende Abwechslung zu Altbekanntem und auf jeden Fall folgenswert.
 
Nach kurzem Bühnenumbau wurde TDCC dann mit der eher aus Sportarenen bekannten Technohymne "Kernkraft 400" angekündigt, was wohl dazu dienen sollte, die Stimmung im Publikum anzuheizen. Stattdessen hielt man sich erstmal ob der überdrehten PA-Anlage befremdet die Ohren zu. Etwas stilsicherer gelang dann das eigentliche Konzert mit "Cigarettes In The Theater" als gelungener Einstieg, gefolgt von weiteren Klassikern wie "Undercover Martyn" und "Do You Want It All".

Während Alex Trimble mit langen Haaren und roter Lederjacke Rockglamour versprühte, beeindruckten die großen LCD-Wände hinter der Band mit pulsierenden Farben und Effekten. Schnell merkte man: Das hier ist keine Start-Up-Indieband mehr, sondern eine gut geölte Elektro-Rock-Maschine, die dank zahlreicher Auftritte auf den Bühnen großer Festivals und in ausverkauften Arenen routiniert ihr Programm abspult. Dieses besteht heute Abend aus einer ausgewogenen Mischung von alten und neuen Songs, welche die Fans mit ausgelassenem Tanzen und textsicheren Chören begleiten. Keine Frage, TDCC weiß auch sieben Jahre nach ihrem Debüt noch zu begeistern, wenn auch die eine oder andere Überraschung der Show gut getan hätten.

Nach ganzen 17 (!) Songs ist dann vorerst Schluss und die Fans bekommen eine kleine Verschnaufpause, bevor die Zugabe mit einem neuen und einem alten Song, "Someday" und "What You Know", den Schlusspunkt setzt. Schweißgebadete Fans treten danach erschöpft die Heimreise an, wohl wissend, dass eine Weile vergehen wird, bevor im LKA wieder derart ausgelassen gefeiert und getanzt werden darf.

Text: Reiner Vincent

Text:
Geschrieben am
20. Februar 2017
Two Door Cinema Club Two Door Cinema Club
Indie, electronic, british, alternative, synth indie rock