Kulturpegel

 
Konzertberichte in Wort und Bild
 
 

New Fall Festival 2017: Alice Phoebe Lou

Vagabundentum als kreative Inspirationsquelle

Alice Phoebe Lou ist nach Jack Broadband, der im Mai im Bix auftrat, bereits der zweite Straßenmusiker-Weltstar, der seinen Schlafsack im Kessel ausrollt.
Beide verbindet, neben der Gitarre und vielleicht dem Blues, auch eine musikalische Vergangenheit in den Straßen Amsterdams. Möglicherweise sind sich die beiden dort einmal begegnet und haben gejammt?

Auch wenn nicht, hat Alice Phoebe Lou auf jeden Fall sehr viele Menschen getroffen und viele mit ihrer eindringlichen Stimme fasziniert, die zerbrechlich und kraftvoll zugleich klingen kann. Die aus Südafrika stammende und in Berlin lebende Musikerin mit der sonnigen Ausstrahlung und den lunaren Texten, betrachtet Musik als Werkzeug, die Welt zum Positiven zu verändern. Sie will sich dabei aber vor keinen Karren spannen lassen und arbeitet deswegen ohne Unterstützung eines großen Plattenlabels.

Was nicht heißt, dass sie nicht gerne mit anderen zusammenarbeitet. Fünf Produzententeams und Musiker unterschiedlichster Nationen waren an ihrem 2016 erschienenen Debütalbum "Orbit" beteiligt. Ein Album voller Zwischentöne, fragil und souverän gleichzeitig. Ungeschliffen und intuitiv.
Universale Songs, die nicht von einzelnen Instrumenten oder Sounds abhängig sind und sowohl rein akustisch als auch mit elektronischen Elementen unterlegt funktionieren. Live wird sie, hinsichtlich dessen, gerne von Multi-Instrumentalist Matteo Pavlov begleitet.

"The streets are my performing place" hat sie einmal gesagt. Am Donnerstag wird der dann verlegt ins Neue Schloss.

Text: Mike Rilling

Text:
Geschrieben am
13. November 2017
Alice Phoebe Lou Alice Phoebe Lou
acoustic, blues, singer-songwriter, seen live