All The Way To Rio
 

All The Way To Rio von Anna Ternheim

Genre: singer-songwriter, swedish, female vocalists, seen live, Indie

 
  1. All The Way To Rio
  2. Waving His Hello
  3. 4 In The Morning
  4. Holding On
  5. Maya
  6. Battered Soul
  7. Keep Me In The Dark
  8. Dreams Of Blue
 
 

Eine Rückbesinnung zu reduzierten und gleichzeitig dynamischen Song-Arrangements.

Auf ihrem inzwischen siebten Studioalbum läuft die schwedische Sängerin und Songwriterin Anna Ternheim einmal mehr zu großer Form auf und feiert auf "All The Way To Rio" eine Rückbesinnung zu reduzierten und gleichzeitig dynamischen Song-Arrangements. Dass diese mitunter in sphärische Gefilde abgleiten ist in Anna Ternheims Musik nicht ungewöhnlich. Ihre Musik, die oft von einem ruhigen, mitunter melancholischen Charakter durchdrungen ist, wird an einigen Stellen des neuen Albums aber auch aufgebrochen, um weiteren Stimmungen und Ausdrücken Platz zu gewähren.

Während der Opener, "All the way to Rio", noch wie ein typischer Anna Ternheim Song ist, der mit gewohnt geschmackssicherer Instrumentierung die digitale und analoge Klangwelt miteinander verschmelzen lässt, weiß man spätestens mit dem vierten Song, "Holding On", dass Anna Ternheim auch mit rockigen Sounds etwas anzufangen weiß. Nicht so sehr im Sinne von verzerrten Gitarrenriffs, mehr bezogen auf den treibenden Achtelgroove des Basses und die kraftvollere Gesangsperformance.

Wer möchte, kann natürlich bereits beim zweiten Albumtrack, dem dezent elegischen "Waving His Hello", eine Verbindung zur Rockmusik herstellen. Die Anfangssequenz der angerissenen Gitarrenakkorde gemahnt mit einiger Fantasie, und wer hat die nicht, an "For Those About To Rock" von AC/DC - allerdings um ein paar Akkorde und Wendungen erweitert. "4 In The Morning" erzählt in typischer Ternheim-Manier von den Wirrungen und Irrungen im Zusammenhang mit Begegnungen zu fortgeschrittener Stunde, unterstützt von einem sehr transparenten und gleichzeitig dichten Bandsound.

Am Ende des Albums findet sich mit "Dreams Of Blue" das langsamste und auch schwermütigste Stück des Albums, das den Klangcharakter und die Stimmung des Albums abrundet und zusammenfasst. Fazit: Ein sehr persönliches, authentisches Album der sympathischen Schwedin mit der klaren, großen Stimme, das perfekt zu den dunklen Tagen passt.

Text: Mike Rilling

Text:
Geschrieben am
19. Dezember 2017