I Don't Run
 

I Don't Run von Hinds

Genre: seen live, Indie, spain, indie rock, female vocalists

 
  1. The Club
  2. Soberland
  3. Linda
  4. New For You
  5. Echoing My Name
  6. Tester
  7. Finally Floating
  8. I Feel Cold But I Feel More
  9. To The Morning Light
  10. Rookie
  11. Ma Nuit
 
 

Dirty summer feelings.

Für Hinds aus dem strahlend schönen Madrid ist Musik zum In-der-Sonne-hängen produzieren kein Problem. Auf ihrem Debüt "Leave Me Alone", das noch unschuldig nach einer Bande wilder, rastloser Girls klingt, ist mit "I Don't Run" nun ein Nachfolger entstanden, der aus ihrem inzwischen jahrelangem Unterwegs sein und dabei Erlebten heraus erzählt.

Hinds wollten auf diesem zweiten Album aus sich heraus gehen, eigene Standpunkte vertreten, starke Frauen sein. Und es gelingt: Die erste Vorab-Veröffentlichung spielt mit Bildern, die genau das bedeuten. "New For You" handelt vom Verstellen, Neuanfangen, sich neu erfinden - am besten für sich selbst oder höchstens einen Menschen der es wert ist. Das Video, in dem die vier Spanierinnen das Fußballfeld einnehmen und dabei eigentlich mehr posen als spielen, ist dazu schlichtweg eine grandiose Idee.

"The Club" spielt im Gegensatz dazu auch musikalisch in einer anderen Liga. Während "New For You" sich noch in den ultra-schrubbeligen Gefilden des rotzigen Debütalbums suhlt, kommt bei der zweiten Single schon etwas mehr Finesse zum Vorschein. Verspielte Delays, viel Rauschen, viel analoges Feeling und vor allem neue Stärke statt schlichter Lässigkeit. Selbstbewusst sind sie ja schon von Beginn an.

Ein weiteres neues Gesicht, das Hinds in "I Don't Run" offenbaren, ist das hinter "Finally Floating", das zwischen Traum und Realität hin- und herschwankt. Der Zwiegesang der beiden Lead-Sängerinnen Ana und Carlotta, die sich im Refrain stimmungstechnisch wunderbar gegenseitig hochschaukeln, macht richtig Bock beim Zuhören. Zwischen den Highlights, zu dem auch "Tester" gehört, scharen sich Songs mit abwechslungsreichen Strukturen und Tempi. Die Stories, wie oben erwähnt, bleiben stets im ganz persönlichen Hinds-Kosmos.

Fazit: Hat das Zeug zum Sommeralbum, das beim Grillen, Feiern, Skaten oder auf dem Zeltplatz prima herhalten kann. Apropos Zeltplatz - die Festivaltauglichkeit testen wir dann auf dem Maifeld Derby, wo die Mädels live zu sehen sind.

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
18. April 2018