Our Earthly Pleasures
 

Our Earthly Pleasures von Maximo Park

Genre: Indie, indie rock, british, alternative, rock

 
  1. Girls Who Play Guitars
  2. Our Velocity
  3. Books From Boxes
  4. Russian Literature
  5. Karaoke Plays
  6. Your Urge
  7. The Unshockable
  8. By the Monument
  9. Nosebleed
  10. A Fortnight's Time
  11. Sandblasted and Set Free
  12. Parisian Skies
 
 

Our Earthly Pleasures ist nicht wegen Books From Boxes das beste Album der Briten von Maximo Park. Auch nicht wegen des schönen Namens, aber deswegen schon eher. Man muss diese Band auch nicht lieben um Gefallen an den Stücken dieses Albums zu finden und das sage ich in wohlweislicher Kenntnis von A Certain Trigger. Es geht sogar, dass man Maximo Park für gar nicht so stark hält, trotzdem anerkennt, dass alles brauchbare in dieser Platte steckt. Und den Rest stempelt man halt ab.

Mit Girls Who Play Guitar startet das Ganze. Kopfnickbeat, Beinstampfrhythmus und wer zuviel getrunken hat greift gleich zur Luftgitarre. Paul Smiths Stimme würde man auch volltrunken noch unter hundert britischen Indie-Bands heraushören.
Books From Boxes ist das Dritte. Tja, der wurde zum Hit und wird noch lange in den Clubs und Läden zu hören sein, das überrascht wenig, die Zutaten sind ja alle drin, da braucht man nicht mehr drüber zu schwadronieren. Ich hab auch schon von Leuten gehört, die zwei Tage am Stück dieses Lied hoch und runter hören. Nebenbei, ich finde sogar die Geschichte darin ganz ansehnlich, steckt ja sogar ein wenig Literarisches darin.
Richtig rund geht es aber erst im letzten Drittel der Scheibe, beginnend mit The Unshockable. Ich hab mich nie darum geschert, was man mir damit sagen will, aber mich reißt es mit, ich singe die einschlägigen Stellen unter der Dusche mit, ich warte auf den Einsatz der E-Gitarre wenn die Spannungskurve langsam ansteigt und dann voll aufdreht zum Refrain. Pussy-Rock von seiner feinsten Seite. Das besondere daran ist, dass es danach weitergeht mit By The Monument, der wenig Höhen und keine Tiefen hat, an sich nur auf Nosebleed hinspielt. Der ist großes Tennis, trotz arg langweiligem Schlagzeug-Gefummel und bringt den Hörer unbemerkt ins Tiefe des BritPop-Gewässers. Dafür wieder mit schönen Anläufen, diesmal etwas ruhiger.
Und dann kommt die Stelle, an der man kurz über Eintönigkeit reden kann. Ich finde aber, es gelingt Maximo Park doch ganz gut, das Schlimmste zu verhindern. Mit den letzten beiden Stücken, Sandblasted And Set Free und Parisian Skies hat das Album ein schönes und passendes Ende, das durchaus anleitet, das Ding bald wieder spielen zu lassen, wenn auch nicht am gleichen Tag.

Bestimmt kommt demnächst mal wieder was von den Jungs von der Insel, immerhin ist die letzte Veröffentlichung aus dem Jahr 2009. Die Messlatte wird Our Earthly Pressures sein. Ach und wer sich diese Band live anhören will, die Festivalzeit steht ja an, der sollte sich das gut überlegen, ernsthaft. Ich hab es schon erlebt, Paul Smith schafft es in Echtzeit auf der Bühne wirklich so gar nicht auf das hohe Niveau der Platte. An keiner Stelle.

Text:
Manuel Niedermann
Geschrieben am
08. April 2013