Wahnwitz EP
 

Wahnwitz EP von Swutscher

 
  1. Oki Doki
  2. Drahtesel
  3. Marktplatz Connection
  4. Rhener Romantik
  5. Perle
 
 

Rumpelndes Ruckeln mit knarzenden Klampfen.

Ja ja, immer mit den ollen Kamellen á la Stones zu kommen, nervt und ist meist unangebracht. Aber die Grundhaltung, die auf die Beatle-Mania folgende Scheißegal-Rock’n’Roll-Haltung, die primär von den Rolling Stones als Antigonisten der Pilzköpfe verkörpert wurde, findet sich auch in der Grundhaltung von Schwutscher wieder. Mit anderen Worten: Swutscher ist Plattdeutsch für »liederlich lebender Mensch«.

Allein schon der Name klingt, als wäre er jemandem im Suff eingefallen, der gerade zu den Black Lips am Abhotten war. Dabei machen sie klipp und klaren LoFi Country ("Ich und mein Drahtesel, im dritten Gang durch die Prärie!") mit einem Haufen Botschaften ("Geh ausschließlich den graden Weg, marschier mit Mama bei der AfD."). Ihre „Wahnwitz EP“, die es auch als limitierte Vinyl gibt, klingt alt, verbraucht und vor allem nach verrauchter Eckkneipe. „Drahtesel“ ist ein Roadmovie auf zwei Rädern mit Liebe zum Delay. "Oki Doki" klingt wie der Soundtrack, den WG-Parties nie hatten. "Markplatz Connection" bezieht Stellung - auch gerne gesellschaftlich. In "Perle" zeigen die Nordlichter Seele und machen mit kratzigem Hals Platz für Tiefe und Kummer. Und zu "Rhener Romantik" gibt es auch eine schöne Kollabo mit Isolation Berlin und ein noch schöneres Video:

Von offizieller Seite heißt es übrigens: "Verschroben durch die ländliche Schönheit der nördlichen Gefilde wankend oder auf einem Drahtesel unterwegs: Ihre obligatorische Dose Bier haben sie immer am Anschlag. Bands wie Isolation Berlin und Fat White Family, sowie deren Nebenprojekt The Moonlandingz mit Sean Lennon gehören schon zu ihren Fans und luden sie als Support auf Tour ein."

Wer jetzt schon verliebt ist und noch Tiefer in die Beweggründe von Swutscher eintauchen möchte, sollte sich direkt nach dem Konsum der "Wahnwitz EP" ihrer Spotify-Playlist "Bier, Speck und andere Schweinereien" widmen.

In diesem Sine. "Tschüssikowski, bis Baldrian!"

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
18. Oktober 2017