Unser Wohnzimmer strotzt nur so vor Gemütlichkeit. Einmal im Sessel Platz genommen, lässt es sich wunderbar in Plattenkisten und Bücherregalen stöbern. Sogar Interviews und unser heiß geliebtes Donnerstag um 3 haben ihren Weg an den qualmenden Kamin gefunden.

 

DONNERSTAGS UM DREI | von Amelie Köppl

  • Kerkeling Feeling von Marz

    Ja ja, Eigenlob stinkt. Aber wenn eine schöne Zeit zu Ende geht, neue Aufgaben anstehen und man jetzt wehmütig auf ein großartiges Projekt zurückblicken kann, darf man sich schon mal selbst auf die Schulter klopfen. Das eigentliche Lob gebührt aber wirscheissengold-Member Marz. Der hat bei der 49. Folge der Sessions im Popbüro Region Stuttgart seine fabulosen Bixtie Boys am Start und markiert mit "Kerkeling Feeling" den Aufbruch in Richtung neue Platte. Da schließt sich auch der Kreis in Sachen "Nach-vorne-schauen". Fazit: Bisschen Rap, bisschen Jazz, bisschen sehr geil.

  • Hunting Melodies von Eau Rouge

    Diese Boys haben definitiv ein Händchen für geschmeidige Melodien mit Schmackes. Das Video zu "Hunting Melodies" ist unaufgeregt und spielt erneut mit viel Licht, Slow-Mos und Close-Ups. Dabei ist es nach ihrem erfolgreichen Ausflug zur SXSW in Austin nur noch eine Frage der Zeit, bis es weitere dramatisch getimte Melodien der Stuttgarter auf Albumlänge gibt.

  • Bequeme Stellung von Human Abfall

    Stuttgart, du vielfältiges Stück, du! Während die einen noch auf dem von ARTE verliehenen "Seattle-Status" der Schwabenmetropole rumkauen, liefern Human Abfall erneut Stoff für Widersprüchlichkeiten. Immer schön straight in gepflegtestem Beamtendeutsch, predigt Flavio Bacon auf der zweiten Platte "Form & Zweck" seit kurzem ellenlange Sätze über Scheißdinge, Scheißgedanken und verquere Lösungsmöglichkeiten. Und das zu musikalischen Einflüssen von Surf bis Trap. Zurücklehnen, zuhören.

OK KID im Interview

OK KID im Interview

"Schön, dass Stuttgart so viel Liebe für uns hat."
OK Kid über lebenswerte Wohnorte, Trinkrituale und ihr neues Album "Zwei".

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DONNERSTAGS UM DREI | von Alexander Willrich

  • Rich von Cosmo Sheldrake

    Der Frühling ist da und es ist endlich lange hell. Grund genug, ein paar frühlingshafte Lieder für unser "Donnerstag um 3" auszuwählen. Den Frühjahrsputz begehen wir im Schweinestall mit einem älteren Lied von Cosmo Sheldrake, das aber immer noch großartig ist. Außerdem kann man diesen Ausnahmekünstler dieses Jahr auf dem Maifeld Derby bestaunen und wir vom Kulturpegel werden das auf keinen Fall verpassen. OINK! OINK!

  • Flowers von L'aupaire

    "Get up and dance with flowers in your hair". Gibt es eine frühlingshaftere Textzeile im Moment? Vermutlich nicht. L'aupaire dominiert mit seinen Hits die neue, warme Jahreszeit und wer ihn am Dienstag im Wizemann verpasst hat, kann das vermutlich im Sommer auf den Festivals nachholen.

  • Roma Fade von Andrew Bird

    Andrew Bird passt nicht nur wegen seines Namens in die Frühlingsplaylist. Sein virtuoses Violinenspiel löst das Fernweh aus und es lässt sich in den Zügen der Deutschen Bahn ganz wunderbar aus dem Fenster schauen und träumen. Probiert es aus. (Leider sind die ersten Sekunden des Videos nicht synchron, aber es gibt kaum Clips zu diesem Lied.)

 

DONNERSTAGS UM DREI | von Robert Willrich

  • Boris von Lo-Fang

    Neulich habe ich diese Version von "Boris" wiederentdeckt und mich gewundert, warum ich sie damals eigentlich nicht öfter gehört habe. Gefällt mir immer noch besser als der an sich auch schöne Song von Boy.

  • Only von RY X

    Wenn wir schon bei depressiven Songs sind, liefere ich Only von RY X nach, der sich bei mir äußerst hartnäckig festgesetzt hat.

  • Khalessi von Lisbon

    Damit sich unsere Leser aufgrund der sentimentalen Lieder nicht gleich einen Strick nehmen, gibt's hier noch was zum Auflockern: Die sechste Staffel von Game of Thrones steht in den Startlöchern und ich möchte vor Freude tanzen. Wer mitmachen will, dieses Stück bietet sich perfekt dazu an. Go Khalessi!

 

DONNERSTAGS UM DREI | von Bettina Marquardt

  • Cream On Chrome von Ratatat

    Das schwer im Magen liegende Sushi von gestern Abend und meine Bewegungsarmut der letzten Tage zum Anlass nehmend dreht sich das heutige DU3 ganz um das Thema „Sport“. Ja, öffentlich zugängliche Playlists für Indietronic-Liebhaber gibt es wie Autos in Stuttgart. Unter all diesen Playlists habe ich bisher allerdings vergebens nach Tunes gesucht, die zum Sport animieren. Deshalb gibt es heute drei meiner Lieblinge, derer ich noch nicht überdrüssig bin und die mir das Joggen regelmäßig erleichtern: einen Track zum Eingrooven, einen zum Anheben des Aktionsniveau und ein Schmankerl für den Flow-Zustand mittendrin.
    Et voilà: Ratatat. Die beiden New Yorker Wundertüten aka. Multiinstrumentalisten treiben gemütlich an. Kurzes Aufwärmen und auf, auf! Losgetrabt!

  • Born Again Teen von Lucius

    Die Beine laufen inzwischen automatischer... Born Again Teen von Lucius kündigt sich unscheinbar an. Gleich darf atemlos gejubelt werden! Das Tempo hebt an, die Stimmung ab. Wie kann man nicht mitschreien, wenn mit so viel Inbrunst in den höchsten Tönen gesungen wird?! Der Krawall dieser Konserve stammt übrigens ebenfalls aus New York. Ganz nett anzusehen ist, wie die beiden Sängerinnen auf der Bühne das exakte optische Spiegelbild der jeweils anderen mimen. Anyway: wir joggen!

  • Tamut von Michal Lewicki

    Der Kopf ist jetzt frei, Beine und Atmung sind im Takt, der Blick geschärft. Tamut von Michal Lewicki ist der Bringer, wenn es um den Flow beim Joggen geht. Der Herr stammt aus Polen und hat ein Herz für Rechnungen, die aufgehen. Was sich auch in diesem Klanggebilde abzeichnet: Geradliniges Übereinanderlegen von Beat- und Klangteppichen. Wo waren wir? Ach ja: Kopf hoch, Rücken gerade, stetiges Tempo, ruhige Atmung, gazellengleiche Schritte, Spannung im Rumpf.
    Wer weitere Musikempfehlungen fürs Joggen hat, möge sie mir mitteilen! #commentbelow

 

DONNERSTAGS UM DREI | von Rene König

  • Paralyzed von Caliban

    Gewohnt stark bleiben Caliban. Das neue Album Gravity erschien letzte Woche und knüpft nahtlos an Ghost Empire an. Dieses schöne Video untermalt die eindrucksvollen Gitarrenwände.

  • Megitsune von Babymetal

    Die Damen sind sowas von "kawaii". Von Kritikern stets belächelt und als total "untrue" abgetan, flippen die Leute bei ihren Festivalauftritten regelmäßig aus. Im Mai schlägt das Trio in Stuttgart zu. Ein Entkommen ist nicht möglich.

  • A Match Made In Heaven von Architects

    Die großartigen Architects liefern den ersten Vorboten ihres neuen Albums ab. Schön, dass die Engländer immer noch hart austeilen - textlich wie musikalisch. Dank GEMA kann man das sehenswerte Video leider nicht auf Youtube anschauen. Dann hören wir eben nur.

The Andean Wolf im Interview

The Andean Wolf im Interview

Hagen und Julian sind The Andean Wolf. Was die Play Live Finalisten wirklich mit Andenwölfen gemein haben, welche Rolle Joppiesoße in ihrer Bandgeschichte spielt und andere mehr oder weniger krasse Aussagen findet ihr hier.

zum Interview
 

DONNERSTAGS UM DREI | von Julian Fischer

  • No Weaknesses von The Dirty Nil

    Bei der Vans Warped Tour 2015 wussten die Besucher nicht so wirklich was mit der Band anzufangen. Machen die Punk? Hardcore? Keine Ahnung. Interessiert mich auch nicht. Das ganze Album ist nämlich einfach fett. Schön dumm, wenn man sich von Genre-Grenzen einschränken lässt.

  • The Staunton Lick von Lemon Jelly

    Die Landtagswahlen waren ja wohl eher nichts, weder hier im guten, alten Baden-Württemberg noch sonst wo. Der letzte Trost, der mir dabei bleibt, ist die Gewissheit, dass die AfD nur beschissene Musik hört. Ständig Hetze verbreiten, immer schlecht drauf, da bleibt gar keine Zeit mehr für die schönen Seiten des Lebens. Deshalb denke ich, wenn schon AfD, dann wenigstens gute Musik. Deshalb: Aufdrehen, aber nicht mit Wutbürgern teilen.

  • Depreston von Courtney Barnett

    So langsam verabschiedet sich ein mittelmäßiger Winter und macht Platz für die ersten warmen Sonnenstrahlen. Zeit, dem Körper bei einem Spaziergang durch die Weinberge etwas Vitamin D zu verabreichen. Courtney Barnett ist dabei eine ganz wunderbare Begleitung. Passt übrigens perfekt, wenn gerade zufällig die ansonsten recht ungelenken Störche dank Thermik entspannt durch den blauen Himmel gleiten.

 

DONNERSTAGS UM DREI | von Stefan Sommer

  • Libertatia von Ja Panik!

    Eine Hymne der Liebe. Die Wahlberliner Ja, Panik! haben alles, was ein Musikvideo in der Post-AfD-Trauma-Woche braucht: Nackte Männerkörper, ein rotes Halsband und viel Schaum. Für unsere Sisters und Brothers, und all die anderen Lovers!

  • Du-für-Deutschland von Jan Böhmermann

    Jetzt gibt's das auch noch ohne Konjunktiv!

  • Albtraum für Deutschland von Eko Fresh

    Das kann nur einer sagen, König Eko: "Jetzt tun sich schon Deutsch-Türken beschweren."
    Amen.

 

DONNERSTAGS UM DREI | von Michael Maria Morgenbesser

  • Tapas von Action Bronson & Party Supplies

    Die Hand, die füttert. Eine unnotierte Usance dessen, das sich unser Leben schimpft, behauptet, du sollst sie nicht beißen, nein, nein. Nein. Diesen Frevel nimmst du nicht hin. Zum Behufe des Aufhebens dieser Sinnlosigkeit legst du dem großen Schöpfer einen Gedanken nahe. Im Lichte des ewigen Feuers, das geheiligte Schweinshaxen schmort, stellst du die Brätchenfrage: "Knabbern?" – "Nee!", meint jener. Dann eben Tapas von Action Bronson. Mjam. Mjam.

  • Dabble in Truffles von Action Bronson

    Kokolores! Kommuniziert dein glamouröser Magen via Antiperistaltik mit dir. Direkt vorbei an der Leber dürstet er rülpsend, schreiend, Lichtquellen-verschluckend nach hochwertigerem Fraß. Scheißegal, was dieser Gott meint. Trüffel gefällig, du Schlund der guten Hoffnung?

  • Forbidden Fruit von Action Bronson

    Blasphemie der Buchteln! Häresie des Hack! Frevel der Fischfrikadelle! Dieser Generator jener schwarzen Löcher, die Stephen Hawking gleich mit verspeisen, verlangt nach mehr, mehr, mehr. Egal, ob er sich den Zorn aller Gottheiten der Religionen dieser Welt zuzieht. Hunger verbindet die Kulturen. Und wenn ob dieser Fleischeslust auch der Raserei klein Seelchen am Burn-Out leidet, hilft nur mehr die verbotene Frucht. Wohl bekomm's.

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