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Adam Tensta beim PopnotPop
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Adam Tensta beim PopnotPop

Fairerweise sollte ich zu Beginn sagen, dass ich ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde kam. Denn obwohl ich mich in der internationalen Hip-Hop Landschaft durchaus zurecht finde, war mir der Name Adam Tensta bis jetzt noch nicht untergekommen und hätte mich an diesem, mit verschiedensten Konzerten gesegneten, Samstagabend eher nicht ins CUE gelockt.

Ein kurzer Besuch im Internet weckte dann aber doch meine Neugier und so fand ich mich pünktlich um halb zwölf vor der Bühne, nebst mächtiger LED-Wand ein.

Die Tatsache, dass der Club eher spärlich gefüllt war, ließ kurz die Befürchtung aufkommen, dass die von schnellen und harten Elektro-Beats geprägten Tracks des Schweden vielleicht nur ein sehr spezielles Publikum ansprechen könnten.

Als Tensta dann aber mit zwanzigminütiger Verspätung auf die Bühne kam, hatte sich das CUE doch ganz ansehnlich gefüllt, die Hardcore-Fantraube vor der Bühne gebildet, und die Show konnte beginnen.

Was folgte, war eine gute Stunde Rap-Unterhaltung vom Allerfeinsten. Wer tiefgründige Texte (die aufgrund der horrenden Lautstärke wohl sowieso unverständlich geblieben wären) oder feinsinnige Arrangements erwartet hatte, ist sicher bitterlich enttäuscht worden.

Dafür bekam das Publikum ein tanzbares Hip-Hop-Tecno-Elektro-Brett nach dem anderen geliefert, das Ganze überlagert von einem streckenweise monströsen Basspegel, den ich so noch nicht erlebt habe.

Erst im letzten Teil des Konzerts wurden etwas leisere Töne angestimmt, als Tensta eher autobiografisch geprägte Songs anstimmte, in die sich dann auch schon mal das ein oder andere R&B-Segment mischte. Verglichen mit dem, was voran ging, wirkte das schon fast melancholisch, trug aber durchaus zur gelungenen Abrundung des Auftritts bei.

Zu erwähnen bleibt noch der Künstler Adam Tensta selbst, der, nur von seinem DJ Luckqa Ferrari (what a name!) begleitet, eine bemerkenswerte Bühnenpräsenz ausstrahlte.
Und da verzeiht man ihm auch gerne, dass er zwischendurch kurz dachte, er befände sich augenblicklich in Hamburg.

(Hansjörg Pflumm)

Text:
Hans-Jörg Pflumm
Geschrieben am
10. November 2014
Adam Tensta Adam Tensta
hip-hop, swedish, rap, electronic, hip hop