Pegelblog - kein Fashion, kein Food

Karlsruhe, des Liebesbriefes erster Teil.

Karlsruhe, des Liebesbriefes erster Teil.

Seit nun fast zwei Wochen wohne ich in Karlsruhe. Warum? Nun ja, die Frage kann ich schnell mit „Job“ beantworten. Ich möchte mich hier recht kurz halten, denn mit dieser Frage wurde ich in den letzten Tagen deutlich zu häufig konfrontiert, nahezu als ob man schon sehr gute Gründe haben müsste, gerade hier aufzuschlagen.
Als ich vor ca. vier Wochen spontan zu neuen Ufern in der Badischen Hauptstadt aufbrechen wollte, war ich guter Dinge im Ambiente des alten Schlosses anzukommen und mich innerhalb kürzester Zeit wohlzufühlen. Viele Stimmen sagten mir, ich solle mir das mit Karlsruhe vielleicht nochmal überlegen, ich trotzte diesen Ratschlägen.
Um beim Thema zu bleiben, ich bin großer Freund des Nachtlebens. Clubs, Bars, Musik, Menschen und Tanz, all diese Dinge kann ich sehr genießen und weil das so ist und weil ich Frust in mir trage, möchte ich die nächsten Wochen über das Karlsruher Nachtleben eines Zugezogenen berichten.

Die erste Nacht, Pfingstsonntag

Schnalzi aus meiner ehemaligen Wahlheimat Stuttgart gesellte sich zu mir. Ich sagte ihm, ich würde am Durlacher Tor wohnen, er sagte mir, wir treffen uns im Oxford. Um acht lief ich ein, wir tranken Biere. Karlsruher Naturtrüb, 2,30 €. Eine nette Bedienung - solider Laden.
Nach ein paar dieser Tonkrüge ging es dann weiter, wir irrten durch die Stadt. Nachdem wir uns beim Theater mit Aida befreundet hatten, lotste sie uns den Weg zur Stadtmitte. 50% Kopfhörer, 50% normale Party. Da ich 100% Kopfhörer Partys schon sehr kritisch gegenüber stehe, ist dieser Mischmasch ein Gau. Mit ein paar Leuten gequatscht, versucht zu tanzen, völlig ausgeschlossen. Eigentlich schade, die Location erinnert mich stark an das alte Rocker33. Also weiter, Kroko-Keller. ZU! Nach einem Fußmarsch von nicht weniger als einer halben Stunde, hatte der Laden einfach zu.

Wir dann: „Hey, wo kann man denn noch so hingehen?“
Die Menschen so: „Naja, vll. in die Marktlücke. Ist aber schon spät, vll. APP-Club.“
Wir dann so: „Ja wo isn das?“
Dann die Menschen: „Ne halbe Stunde läuft man schon“
Wir: „Ah Super, danke!“

Das war uns dann zu viel, auf dem Heimweg sind wir dann nochmal am Theater vorbei, ich hatte die Hoffnung Aida nochmal zu treffen, war der einzige halbwegs vernünftige Mensch, den wir bis dahin kennengelernt haben. Aida und ihre Freundin haben wir zwar noch getroffen, doch haben die zwei sich in der Zwischenzeit in andere Sphären gekegelt.

Der erste Abend in Karlsruhe ging also unweigerlich zu Ende, es war fünf Uhr am Morgen. Auf dem Rückweg nochmal schnell an der Karambolage vorbei und wer hätte es gedacht - ZU!

So war sie also, die erste Nacht in Karlsruhe, mal sehen was da noch so kommt.

Text:
Robert Böing
Geschrieben am
20. Juni 2014