Pegelblog - kein Fashion, kein Food

Karlsruhe, des Liebesbriefes zweiter Teil.

Donnerstag. Eine Sache die ich lernte: Im Falle, dass man im Karlsruher Nacht- oder Studentenleben mitspielen möchte, darf man sich auf keinen Fall die WiWiSo-Party entgehen lassen. Die sei immer schon gut gewesen und das Bier wäre günstig.

Als wir dann dort waren, wurden wir von unterschiedlichsten Leuten begrüßt, einige in Bodennähe nach Halt suchend. Drinnen hat die Crowd zu Jan Delay getanzt und draußen mühten sich die Gelegenheitstürsteher damit ab, die Partywütigen zum richtigen Eingang zu lotsen.
Ein Bier lang ging das gut, dann wollte ich nach Hause. Aber das war ok, so konnte ich ein wenig Kraft für das Wochenende tanken.

Und zack war es Freitag. Nachdem uns nahezu jeder empfohlen hat, in Karlsruhes Marktlücke zu gehen, ließen wir uns nicht lumpen und machten uns auf den Weg. Natürlich kurz vorbei an der Karambolage.Leer. Als wir dann Schlapp die Schlapp in die Marktlücke eingeschlurft sind, hatte es wieder nicht viel mehr als ein Bier gedauert und wir wollten den Laden verlassen.
Ich möchte an dieser Stelle loswerden: Ich bin ein toleranter Mensch, kann mich zumindest im Nachleben gut auf Mensch und Musik einlassen. Wenn ich aber zu dem lieblichen Klang von Helene Fischer, mit einigen sehr netten Karobehemdeten KIT Studenten, liebevoll die Hintern aneinander reiben muss, dann ist viel mehr als ein Bier trotz aller Toleranz kaum möglich. Doch bei all dieser negativen Kritik, möchte ich nicht verschweigen, dass es war voll war in dieser Marktlücke.
Wir dennoch weiter, unser Ziel der nun geöffnete Kroko-Keller. Wir durften uns für die 5€ Eintritt statt vier Prosseco vier Bier an der Bar holen und wurden von dem Sound einer Tanzband namens Limp Biskit begrüßt. Ich fühlte mich so jung wie lang nicht mehr. Der Laden war nahezu leer, an einem Freitagabend um 2 oder 3 Uhr! Eigentlich ein guter Ort, wenn die komischen aus Metalblech gefalteten Stolperfallen mitten auf der Tanzfläche nicht wären. Dennoch, der Funken wollte nicht überspringen.
Wir standen mal wieder vor der Frage: Ok, was also tun in dieser Stadt?

Wir dann: „Hey, wo kann man denn noch so hingehen?“
Die Menschen so: „Was für Musik hört ihr denn so?“
Wir dann so: „Nunja, wir würden uns dem Musikstil anpassen, Helene Fischer wäre doof, aber wenn es voll ist und die Leute gut gelaunt, probieren wir gerne.“
Dann die Menschen: „Na dann geht doch ins UV“
Wir: „Ins was?“
… „Ins Unverschämt, ist beim Bahnhof“

Mein Handy sagte es wäre Black-Metal Party, das war dann doch nicht wonach wir suchten. Also sind wir ein wenig weiter herumgeirrt und am Schluss wieder in der Marktlücke gelandet. Dort haben wir noch ein wenig gezappelt und doch nochmal Biere getrunken und jetzt habe ich so geile kleine rote Marken zu Hause, da ich mich an dieses Flaschenbierpfand wohl noch gewöhnen muss.

Auf dem Rückweg natürlich noch kurz an der Karambo, habe ich gelernt, steht für Karambolage, vorbei und ... war leer.

Fazit: Mein Musiker-Herz lässt es nicht zu, Läden wie die Marktlücke zu loben, aber die war bisher der einzigste Laden, der richtig voll war.

Text:
Robert Böing
Geschrieben am
07. Juli 2014