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Burning Eagle Festival in Reutlingen
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Burning Eagle Festival in Reutlingen

Wer die Heeeeeelgaaaaaaa sucht, wird sie hier nicht finden. Dafür aber gute Musik.

Noch schnell zum Supermarkt, zehn Paletten 5,0, Strohhut, Jim Beam-Luftgitarre, im Heckfenster des Golfs ein Zettel angebracht mit dem Name des Festivals, damit auch jeder weiß, wohin es geht und und ab dafür.
Vier Tage exzessives Trinken, Grölen, über den Zeltplatz torkeln und dabei in Einweg-Zelte stolpern, Dosen-Ravioli und während des gesamten Festivals nicht ein Mal duschen (wenn man die Bierduschen mal weglässt). So könnte ein Festival aussehen.

Wen das jetzt aber abschreckt und wer trotzdem mal wieder auf ein Festival will, für den könnte das Burning Eagle genau das richtige sein. Ein entspanntes, kleines aber feines Festival in Reutlingen, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Mekka für alle Singer-, Songwriter- und Folk-Music-Liebhaber in Süddeutschland zu werden. Und glaubt man der Presse (oder besser: dem Pegel), dann hat es das auch geschafft. Sowohl die Location, der Listhof (ein Umweltbildungs-Zentrum...der Tübinger Einfluss ist unverkennbar), als auch die Auswahl der Künstler wird in höchsten Tönen gelobt.

In diesem Jahr kann ich euch drei Künstler ganz besonders ans Herz legen:

  1. (und wen wundert's): Annenmaykantereit. Ich denke, zu diesen Jungs muss man nicht mehr viel sagen. Jeder, der die Independent-Seite Youtube kennt, wird schon mal über die ehemaligen Straßenmusiker gestolpert sein und sich gewundert haben, wie Rio Reiser und Sven Regener es so lange verheimlichen konnten, dass sie einen gemeinsamen Sohn haben. Naja, sei's drum. Besser man erfährt es spät als nie.

  2. The Builders And The Butchers: Das Vorband-Problem habe ich ja schon mal beschrieben. Als ich vor vier, fünf Jahren auf dem Konzert von Portugal The Man war, spielten The Builders and The Butchers den Support-Slot und, was soll man sagen, es war grandios. Die Stimme von Ryan Sollee ist so einprägsam, so besonders und verbindet sich perfekt mit der Mandoline von Harvey Tumbleson. Außerdem spielt die Band mit zwei Schlagzeugern, die parallel auf der Bühne sind. Ein absolutes Muss!

  3. Cold Specks: Kannte ich bis vor dem Festival nicht, hat mich aber beim Anhören direkt in ihren Bann gezogen. Eine wunderbare Stimme, die euch verzaubern wird. Ich freu' mich jetzt schon drauf den wunderbaren, Sehnsucht-weckenden Melodien im Sonnenuntergang lauschen zu dürfen.

Vom Rest dürft ihr euch gerne selber überzeugen, indem ihr auf das Festival kommt. Ich bin mir sicher, dass es hier noch viele andere Leckerbissen zu entdecken gibt. Ich mach mich auf jeden Fall auf die Suche. Ganz ohne Stress, da es nur zwei Bühnen gibt, ohne Überschneidungen, mit 'nem Bier - aber aus der Flasche, nicht aus der Dose - und werde mir dazwischen mal einen Bio-Veggie-Snack gönnen. So wie es der Tübinger eben macht.

Text:
Julian Fischer
Geschrieben am
15. Juli 2015
AnnenMayKantereit AnnenMayKantereit
german, Indie, laid back, deutsch, chillaxing
The Builders and the Butchers The Builders and the Butchers
folk, americana, Indie, indie folk, acoustic
A Tale of Golden Keys A Tale of Golden Keys
alternative rock, indie rock, progressive rock, progressive pop, indie pop
Cold Specks Cold Specks
soul, canadian, female vocalists, acoustic, doom soul
John Bramwell John Bramwell
favourites, dusty favourites, seen live
Beaty Heart Beaty Heart
experimental, alternative, psychedelic, electronic, synth
Charlie Cunningham Charlie Cunningham
acoustic, uk, incredible vocal, under 2000 listeners
Cristobal and the Sea Cristobal and the Sea