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The Andean Wolf im Interview
 
 

The Andean Wolf im Interview

Hagen und Julian sind The Andean Wolf. Was die Play Live Finalisten wirklich mit Andenwölfen gemein haben, welche Rolle Joppiesoße in ihrer Bandgeschichte spielt und andere mehr oder weniger krasse Aussagen findet ihr hier.

Ihr habt es 2015 ins Play Live Finale geschafft und seid Vize geworden. Wieso habt ihr nicht gewonnen?
Julian: Für uns war es schon ein Riesending, weit vorne mit dabei zu sein. Der Halbfinalgig war der zweite, den wir jemals gespielt hatten und ich hätte nie gedacht, dass wir überhaupt weiterkommen.

Welches Resümee zieht ihr aus Play Live?
Hagen: Der Wettbewerb hat uns viel gebracht. Er hat unsere Band zusammengeschweißt. Und wir haben mehr an uns und unserer Band CI gearbeitet. Wer wir sind. Was wir mit unserer Musik aussagen wollen. Wir mussten uns mit uns selbst auseinandersetzen, um das dann auf die Bühne zu bringen.
Julian: Es ist noch eine lange Reise, bis wir das genau finden.

Welches Ziel verfolgt ihr?
Rebecca: Eine zusammengeschweißte Band zu sein, die auf die Bühne geht, als ob das eine ganz normale Sache ist. Man macht Musik und liebt diese Musik.

Mit Joppisoße rumgekriegt.

Rebecca, wie bist du zu The Andean Wolf gestoßen?
Rebecca: Ich wurde bei einem Heisskalt-Abend von zwei Typen mit den Worten „Hey, du bist doch die Cellistin“ angequatscht.
Julian: Wir haben sie dann mit einer besonderen Pommessoße geködert.
kulturpegel: Joppie-Soße in der Fritty Bar?
Julian: Genau [lacht].
Rebecca: Damals ging es aber um Filmmusik.
Hagen: Wir haben einen Soundtrack für „Out of the Shadows“ produziert, den ich mit einem Kumpel gemeinsam in Peru gedreht habe. Es geht um 16-jährige arme Jungs, die in einem abgelegenen Dorf mitten in den Anden Downhill fahren. Ich war zwei Wochen dort. Soweit weg von zuhause, wie ich bis dato noch nie war. Und das hab‘ ich mitgenommen. Daher „The Andean Wolf“.

Nachtaktiv. Mit Pommes und Alkohol.

Andenwölfe führen ein sehr zurückgezogenes, nachtaktives Leben. Trifft diese Lebensweise auch auf euch zu?
Rebecca: [gähnt] Ich bin sehr nachtaktiv. Und wir alle können sehr nach innen gewandt sein. Manchmal sehr still. Manchmal aber auch in die andere Richtung. Und das passiert dann meistens nachts. Auf Heisskalt-Konzerten. Mit Pommes und Alkohol.
Hagen: Wir haben schon sehr viel im stillen Kämmerchen vor uns hinproduziert, bis wir mal damit herausgerückt haben. Soviel dazu.

Erst ist er beleidigt. Dann is‘ geil.

Wie geht ihr ans Songwriting heran?
Julian: Hagen kommt mit Gitarrenriffs und Text an. Spielt es mir vor. Dann sag ich „Ey, geht gar nicht. Ist voll scheiße.“ Erst ist er beleidigt, schreibt es um und dann is‘ geil. Dann nehmen wir‘s meistens auf und spielen es live.

Was unterscheidet euch von der Masse an Singer-Songwriter-Bands?
Julian: Wir sind deeper! Unsere Musik ist sehr ruhig, melancholisch. Manchmal auch ein bisschen traurig. Uns sind die Inhalte, wovon wir erzählen, sehr wichtig. Und die ganze Kombination macht es, dass unsere Musik für sich spricht.
Rebecca: Es ist Musik, die wie ein Puzzle entsteht, eine krasse Aussage hat und neben der Melancholie, die man vielleicht heraushört, irrsinnig tief geht.

Was ist denn die „krasse Aussage“?
Hagen: [Stille] ... Da möchte ich nur ungern drüber sprechen.

Ihr hattet heute hübsche Lämpchen auf der Bühne. Kauft ihr die bei Saturn oder Media Markt?
Julian: Lampenwelt.de

Habt ihr momentan einen Tonträger in der Mache?
Hagen: Aktuell ist unsere Single „To be we“. Außerdem sind wir gerade dabei, ein Akustik-Set auf die Beine zu stellen und möchten uns auf Live Auftritte konzentrieren.

Text:
Geschrieben am
30. März 2016