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Bea Bacher im Interview
 
 

Bea Bacher im Interview

Bea Bacher bezeichnet sich selbst als "singender Igel". Warum sich Stuttgart dabei auch gerne mal als eine geeignete Kulisse für Harry-Potter-Momente des Rumstehens und zufällig Geschehens herausstellt, hat sie uns bei den Popbüro Sessions in einem kleinen Interview erzählt.

Bea Bacher – einen Namen als Alliteration haben eigentlich nur Disney-Helden. Und Du. Ist der echt?

Bea Bacher: Ja, der ist echt. Meine Eltern Susi und Strolch haben sich da einen schönen Namen ausgesucht.

In drei Worten – wie würdest Du Dich beschreiben?

Bea Bacher: Was sich durch mein Leben zieht ist, dass ich immer wieder in extrem skurrile Situationen hineingerate. Ein bisschen wie bei Harry Potter, dem passiert auch ständig was, obwohl er eigentlich nur rumsteht. Also: das Wort für diesen Zustand, vergesslich und igelig.

Passt demnach Deine Musik auch zu Deiner Persönlichkeit?

Bea Bacher: Ja, klar!

Es ist nicht ganz einfach, Dich vom lyrischen Ich in Deinen Songs zu trennen. Oder muss man das gar nicht, weil eigentlich Du die metaphernschleudernde Texterin bist, die die Welt aus anderen Blickwinkeln betrachtet?

Bea Bacher: Man muss das schon trennen. Ich hab mich zum Beispiel noch nie selbst im Müll gefunden und liegengelassen, wie das mein lyrisches Ich manchmal macht. Das würde ich mir nicht antun. Auf der anderen Seite finde ich es, genau wie mein lyrisches Ich, schon sehr cool, wenn mal jemand den Müll rausbringt. Das Gute ist, dass das lyrische Ich ja nicht immer dasselbe ist, wie in einem Roman. In jedem Lied kann ich mir wieder neu aussuchen, wieviel es mit mir zu tun hat.

Spielen Deine Lieder auch in Stuttgart?

Bea Bacher: Doch, Stuttgart ist eigentlich gar nicht schlecht dafür. Oberflächlich etwas trist und seelenlos, aber auf den zweiten Blick auch herzlich und schön. Ist mir aber zu konkret. Ich mag es lieber, wenn man den Boden unter den Füßen nicht spürt. Bisher spielen meine Lieder eher so im Nichts oder vielleicht noch in Dismaland von Banksy.

Was dürfen wir in nächster Zeit von Dir erwarten?

Bea Bacher: Mehr Sphäre, mehr Loopstation. Ich starte auch eine eigene Konzertreihe in der alten Spinnerei in Esslingen, zusammen mit Tobias Dellit aus dem Feierabendkollektiv. Das wird schön.

Das klingt nach einem guten Zeitpunkt, uns wiederzusehen. Bis bald!

Kleine Hörprobe gefällig? Hier geht's lang.

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
30. November 2015