Kulturpegel

 
Konzertberichte in Wort und Bild
 
 
 
 

"Ungewissheit ist ein wichtiger Bestandteil unserer Freiheit."

Ein Konzert besuchen, von dem man gar nicht weiß, welche Künstler spielt? Warum nicht, bei der Sneak Preview funktioniert genau das schon seit Jahren in den Kinos. Wir haben Stefan Karl von der Ottencrew, dem Macher hinter art.5, ein bisschen auf den Zahn gefühlt.

Kulturpegel: Wie kommst du zu art.5?
Stefan Karl: Musik ist, seit ich klein bin, ein enorm großer Teil meines Lebens. Ich spiele selber viel, höre noch mehr und habe in meiner Schul- und Unizeit immer wieder Konzerte organisiert. Ich bin jetzt 25 und habe im September beschlossen, meinen Job zu kündigen, um etwas zu machen, für das ich brenne: Ich möchte für Musik aufstehen und ein Format für (künstlerische) Freiheit kreieren.

KP: Und wie ist die Idee dazu entstanden?
Stefan: Die Idee zu art.5 entstand tatsächlich schon 2016, als ich noch in Tübingen studierte. Schon damals hat mich gestört, dass Musik als Produkt verstanden wird und oftmals nur dann etwas Wert ist, wenn der auftretende Künstler einen vertrauten Namen hat. Mit art.5 möchte ich Musik unabhängig von ihrer Bekanntheit präsentieren. Ob Headliner, aufstrebender Newcomer oder Geheimtipp – wer spielt, wird schließlich nicht verraten. Mir geht es bei der Sache aber nicht nur um Musik. Vielmehr möchte ich mit art.5 dazu anregen, Ungewissheit als wichtigen Bestandteil unserer Freiheit wahrzunehmen. Ohne Ungewissheit könnte nie etwas Neues entstehen. Nur dem Bekannten zu folgen führt dazu, dass wir uns im Kreis drehen.

Art.5 leitet sich von Artikel 5 des Grundgesetzes ab, der dort für die Freiheit der Medien, Meinung und Kunst steht. Eine Freiheit, die wir voraussetzen, aber nicht wirklich leben. Irgendwie möchte ich das in meinem Konzert-Format ausdrücken.

KP: Sind schon weitere Konzerte geplant?
Stefan: Klar! Allerdings noch keine fixen Dates. Ich denke aber an Januar.

KP: Wie kommt es zu einem Club wie dem Freund & Kupferstecher als Location?
Stefan In einem Club findet art.5 tatsächlich wegen der Förderung von “Kultur im Club” statt. In Tübingen hätte ich das ganze gerne in einem alten Kino abgehalten. Ich glaube allerdings, dass das eine nicht besser ist als das anderen. Viel wichtiger als die Location ist für mich die Atmosphäre. Die wollen wir bei art.5 immer voll an unseren Künstler anpassen, damit daraus ein Gesamtkunstwerk entsteht. Im Freund & Kupferstecher können wir jetzt etwas tolles auf die Beine stellen und ich mag den Club sehr! Wie das Ganze weiter geht haben wir aber noch nicht besprochen. Die Anpassung der Atmosphäre im Club passiert übrigens Dank der Hilfe zweier Künstlerinnen: Vivien und Emma.

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
28. November 2018