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Dead Swans im Juha West
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Dead Swans im Juha West

Am 25.1. kommen Dead Swans ins Juha West. Wo sonst? Und sie haben euch etwas mitgebracht: Sich selbst.

Irgendwas war nicht rund an diesem 25. Januar. Nur 80 Leute tröpfelten gemächlich ins Juha West ein um das „Comeback“ von Dead Swans zu feiern. Comeback kann man das wohl nicht nennen, denn sie haben sich ja nie aufgelöst. Das war viel mehr eine längere Pause. So trollte man sich gegen 21 Uhr in Richtung Bühne und erwartete die Briten von Up River. In den Gesichtern des Publikums erkannte man mehr Müdigkeit und Lethargie als irgendwelche Euphorie für die Bands die da kommen. So fingen dann nach kurzem Einspiel Up River mit melodischem Hardcore, der eigentlich gut ins Ohr ging. Weltbewegend war das nicht, aber der ein oder andere untypische Breakdown war gut platziert, so dass die meisten Köpfe mit nickten. Mit 20 Minuten Spielzeit waren dann die Nacken der Leute auch gut angeheizt und man trollte sich wieder in Richtung Cafe, Toilette oder Merchstand.Da am Merchandise Tisch von Dead Swans gab es auch einiges zu erwerben wie z.B. eine Testpressung des neuen Albums. Ranhalten: davon werden nur 8 Stück pro Show verkauft.Horrorshow aus den USA zogen ein wenig mehr Leute in den Bann. Mit einem stimmungsvollen Intro kam zum ersten Mal heute so etwas wie Atmosphäre auf, die dann aber durch einen kleinen üblen Pit zerstört wurde. Die Amis ballerten punkigen Hardcore aus ihren Instrumenten, welcher nach kürzester Zeit irgendwie eintönig wurde. Auch das Schlagzeug war unverhältnismäßig laut abgemischt und man fühlte sich wie in einem Stahlwerk. Nach 10 Lieder und vielen Danksagungen war dann auch die Horrorshow vorbei und es machte den Anschein als gefiel das dem einen oder anderen.Die Frage aller Fragen kam dann um 22.20 Uhr: Werden Dead Swans nach so vielen Jahren Bühnenabstinenz überzeugen? Eine Setlist mit 12 Liedern sah schon mal gut aus und auch das mit dem Einspielen war vertretbar. Dead Swans fingen an und 10 Leute starten einen Moshpit der leider ein wenig ausuferte. Okay, Hardcore Konzerte sind keine Kuschelkonzerte, das weiß ich nicht erst seit gestern, doch unbeteiligte Frauen umzuboxen die nicht mal in der Nähe des Gemetzels stehen… keine feine Geste.Die Band selbst war gut drauf und freute sich auf die Tour, was sie in den 25 Minuten in denen sie auf der Bühne standen zeigten. Wildes rumspringen, Shouts aus dem Publikum und Energiefunken waren das was man auch erwartet hat. Nicht zu erwarten waren allerdings die besagten lumpige 25 Minuten Spielzeit. Davon 2 neue Lieder und 10 alte. Mehr gabs nicht. Keine Zugabe. Keine letzte Verabschiedung. Also für einen Headliner war das mehr als schwach, ob das nun im Hardcore Bereich so ist oder nicht. Wahrscheinlich hätten 3 Lieder mehr dem Abend gut getan. So ging man um kurz vor 11 mit einem zwiespältigen Gefühl aus dem Juha. Irgendwie ein komischer Jahresanfang für Konzerte. Vielleicht lag es auch am Mittwoch. Der war noch nie so geil.Aaaaber der Februar bietet zumindest im Juha West noch einige Highlights. Manche besuchen wir, manche nicht, aber alle werden super.03. Februar Vanna, Hundredth08. Februar Sights & Sounds (Comback Kid Sänger mit Nebenprojekt)15. Februar Deafheaven, Hierophant25. Februar Pentimento, Light Years

Text:
Rene König
Geschrieben am
09. Januar 2012
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