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Idles in der Manufaktur– von Punks, die keine sein wollen
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Idles in der Manufaktur– von Punks, die keine sein wollen

Idles sind eine jener Bands, in die man sich schockverliebt.

Bei mir geschehen 2017 beim nächtlichen Tracks-Schauen. „Brutalism“, so der Name des Erstlings, wurde damals vorgestellt und Idles als die große Hoffnung von der Insel auf das Punkpodest gehoben. Dass die Briten da niemals hin wollten, interessierte Kritiker und Fangemeinde aber wenig.

Prinzipiell ist es ja eh egal, welchem Genre man Bands zuordnet. Diese Band ist einfach so unfassbar gut, dass das Label, sei es Post-Punk, Punk oder Post-Hardcore keine Rolle spielt. Sie sind laut. Und ehrlich. Und verletzlich. Und man liebt ihre Texte, denn sie handeln nicht nur von den Sonnenseiten des Lebens, sondern auch von der harten Realität, die jeden treffen kann: sterbende Mütter, verlorene Kinder. Aber auch Sozialkritik kommt nicht zu kurz und Joe Talbot, der Frontmann, widmet einen Song seinem Buddy Danny Nedelko, einem ukrainischen Migranten und zeigt in "I`m Scum" Nazis den Mittelfinger. Ja, Talbot ist wahrlich kein Gesangstalent, aber man muss ihn einfach für seine Texte lieben und für Aussagen in Interviews wie z.B. im Musikexpress als er erklärte, er wolle einfach kein Arschloch sein.

Live sind Idles ein riesen Abriss und wer schnell genug war, sich noch ein Ticket zu sichern, kann sich glücklich schätzen. Die zwangsweise Daheimgebliebenen können sich mit der arte release Party trösten:

Karteninhabern empfehle ich zur Vorbereitung folgendes Oeuvre:

Text:
Nataša Knežević
Geschrieben am
18. Februar 2019