Kulturpegel

 
Konzertberichte in Wort und Bild
 
 

jazzopen 2018: Jamiroquai

Jamiroquai haben mit „Sonic the Headshok“ die Bühne gerockt & Ibeyi haben uns ins Herz getroffen!

Das Jazzfestival jazzopen hat, wie nicht anders zu erwarten war, die großen Namen der Künstlerszene auf die Bühnen der Stadt Stuttgart geholt. Das war nicht immer so und es war ein langer Weg bis nach oben an die Spitze der Festivals, doch nach 25 Jahren im Business wissen die Veranstalter einfach wie es geht. Man kann natürlich unterschiedlicher Meinung darüber sein, wie man den steten Wachstum des Festivals, den Gewinn des Awards in der Kategorie „Festival des Jahres 2017“ und die damit einhergehende Kommerzialisierung des Festivals findet, doch immerhin hat uns dieser Umstand die Acid-Jazz-Band Jamiroquai in die Stadt gebracht und wir hatten das große Vergnügen sie live auf dem Schlossplatz performen sehen zu können.

Ibey füllen zu zweit die große Bühne.

Vor der Bühne ist es noch relativ leer und die Sonne scheint auf die noch kleine Zuschauermenge nieder, als zwei junge Frauen die Bühne betreten und ein Feuerwerk der Gefühle, durchsetzt mit Leidenschaft und Stärke, auf uns abfeuern. Den Auftakt machen Ibeyi und zeigen, dass man auch zu zweit jede Bühne ausfüllen kann. Die Schwestern Lisa und Naomi Diaz singen sich wortwörtlich in die Seelen des Publikums. Ihre Stimmen sind warm und ausdrucksstark und beide verstehen es an den Keys (Lisa) und an der Percussion (Naomi) zu überzeugen. Neben der durchaus tanzbaren Musik, sind sie kritisch, stark aber auch gefühlvoll in ihren Texten. Songs wie „No man is big enough for my arms“, treffen den Punkt der Zeit.

Jamiroquai liefern ab.

Nach einer Umbaupause wird die Bühne pünktlich um 20:30 Uhr voll und im Gegensatz zu der kleinen Besetzung von Ibeyi zuvor, kommen nun nach und nach zehn Künstler auf die Bühne. Jamiroquai beginnen den ersten Song und nach einem kurzen Intro kommt Jay Kay (Vocals) auf die Bühne dazu. Das Publikum, eh schon in guter Stimmung, beginnt im Takt des ersten Songs mitzugrooven. Kays Kopfschmuck ähnelt sehr der „Sonic-Figur“ aus den 90er Jahren und er steht der Figur in Beweglichkeit und Schnelligkeit in nichts nach. Dass er immer noch fit ist, und das nach mehr als 25 Jahren auf der Bühne, unterstreicht Jay Kay mit seinem sportlichen Zweiteiler. Er singt, tanzt, scherzt und wirkt durch und durch sympathisch und bodenständig. Natürlich liefert die Band grandios ab. Neben einem der Liedtexter und Keyboarder Matt Johnson, überzeugen Rob Harris und Howard Williams an der Gitarre und Paul Turner am Bass. Das besondere Flair bekommen sie durch Sola Akingbola an der Percussion und Derrick McKenzie an den Drums.

Doch neben den fantastischen Musikern liefern auch die Backing Vocals Hazel Fernandes, Valerie Etienne und Elle Cato tadellos ab. „Backing“ ist hier jedoch das richtige Stichwort, denn hätte man die Damen auf den mehrere Meter großen Bildschirmen nicht zu sehen bekommen, wären sie trotz ihrer bunten Outfits nicht aufgefallen.

Jamiroquai haben ein durchaus mitreißendes Konzert gespielt und Jay Kay hat mit Stimme und Tanz überzeugt. Sie haben neben einiger weniger Songs des letzten Albums „Automaten“ vor allem die alten Klassiker hervorgeholt, die, wie man vielleicht leider sagen muss, auch wesentlich besser beim Publikum ankamen.

Songs wie „Space Cowboy“, „Cosmic Girl“ und „Virtual Insanity“ wurden ausnahmslos gefeiert. Zwei Stunden lang haben sie alles gegeben und das wunderschöne Ambiente in Stuttgart auf dem Schlossplatz zum Beben gebracht.

Text:
Christin Erdmann
Geschrieben am
21. Juli 2018