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Keller-Slam - "Poetry Slam" im Keller Klub

Der Keller Klub wird zu Lesebühne. Mit dem gestrigen Jubiläum des Poetry Slam, kommen die Wortkünstler nun monatlich in den Keller Klub. Wir waren dabei und haben für euch Ausschnitte der zwei Finalisten zusammengestellt.

An einem Sonntag ist selten etwas los im Keller Klub. Anders war es am vergangenen Sonntag: Der Poetry Slam lud zu seinem 10-jährigen Jubiläum ein. Ich habe mir die Chance natürlich nicht nehmen lassen, vollgepackt mit Kameraequipment, Fotoapparat, Stift und Papier zum Keller Klub zu wandern und den Poeten beizuwohnen.

Diese Idee hatte der Schlange nach wohl nicht nur ich - gefühlte hundert Meter Mensch wartete vor dem Stuttgarter Keller Klub. Als der Keller dann voll war, ging es mit einer halben Stunde Verspätung los. Nachdem Thomas Geyer ein paar einleitende Worte zum Ablauf des Abends an das Publikum gerichtet hatte, wurde Philipp Herold als eröffnender Wortkünstler gezogen. Mit einer Aneinanderreihung von Metaphern versuchte er im Kontext des Fußballs seine verlorene Liebe zu verarbeiten. Ob ihm dies gelang, kann ich nicht sagen, dass Publikum zumindest stand an diesem Abend wohl auf die lauten und lustigen Beiträge. Dies schien auch daher zu rühren, dass die Hälfte der Zuschauer das erste Mal auf einem Slam war. Da war es ganz gut, dass als nächstes zwei Beatboxer auf der Bühne gelost wurden. Mit nussigem Unterton, trugen diese ihren Text zu Stuttgart21 vor.So ging es dann auch weiter, es wurde Trauriges erzählt, und Lustiges. Über Kühlschränke wurde gesprochen und über Herbert. Gabriele Busse machte deutlich, mit welchen Vorurteilen Veganer zu kämpfen haben, das Publikum feierte es. Die Jury auch.

So kam es, dass Nektarios Vlachopoulos mit einer Geschichte aus einem Kofferraum und Gabriele Busse das Finale erreichten. Mit viel Applaus und guter Laune ging der Marathon an Poesie dann zu Ende. Die Wodkaflasche auf der Bühne war auch leer, die Leute mussten gehen.

Ich hatte einen tollen Abend.

Text:
Robert Böing
Geschrieben am
18. Oktober 2010