Kulturpegel

 
Konzertberichte in Wort und Bild
 
 

Metal meets Artcore VII

Auch dieses Jahr gab es wieder einiges zu sehen beim Metal Meets Artcore. Leider machte die Kamera ein paar Mätzchen, weswegen die Bilder nicht ganz so der Knaller wurden. Aber die Hauptsache ist, wie immer, das Spektakel an sich!

Eröffnen durfte die Juha-West-Supergroup Younger Us, die mit modernem Hardcore-Geschrei die ersten Schweißperlen auf der Stirn der Gäste erscheinen ließen. Der Jubel war groß und wahrlich berechtigt.
Viel besser gefielen mir aber noch No End In Sight, die ich die letzten Jahre gekonnt verpasst habe. Trotz der 80er Jahre Outfits gab es modernen Metalcore mit ein wenig Schnörkel, der auch ganz gut ankam. Durch die Bank gab es auch das eine oder andere Witzchen, wobei ich bei dem „Versprecher“ No Hands Inside sehr lachen musste.
Ohne groß was vom Artcore-Bereich gesehen zu haben, blieb ich beharrlich im Club, weil ich keine Sekunde von O (oder auch Kreis) verpassen wollte. Ich wurde nicht enttäuscht: Allein, dass ich bei einer Postrock-Band eine Drehleier sehen durfte, rechtfertigte jede Aufwendung hierher zu humpeln. Der Auftritt gestaltete sich dann doch langwieriger als erst angenommen. Normalerweise bin ich ein totaler Fan von einem langen Vorspann bis es zu Explosion kommt, doch O trieb es mit Liedern um die 15 Minuten echt auf die Spitze. Insgesamt 3 Mal kam es zum melodiösen Gefühlsausbruch und darüber freute ich mich sehr. Für Ungeduldige war das natürlich nix.

Während Deathrite sich die Seele aus dem Leib brüllten, ging es endlich an den famosen Artcore Bereich! Das Schöne ist wirklich die Vielfalt an Ständen und Künstlern: Martina Wörz hat sich mit Batiktaschen und schicken Konzertfotos die begehrte Ecke am Eingang ergattert und wollte eigentlich auch ein kleines Bildbuch verkaufen. Leider gab es da wohl Schwierigkeiten mit der Auslieferung. Aber wenn ihr das Büchle haben wollt, schreibt sie einfach an. Cheap Trash Records und Day By Day verkauften wieder meine Lieblingsplatten oder Sachen, von denen ich noch nie gehörte habe. Okay, es war eher letzteres.

Je später der Abend wurde desto schwieriger wird es alles aufzuzeigen, was passierte. Ein Nikolaus kam vorbei und verteilte Schokolade und Obst an die Leute – wer ihn eingeladen hat, wusste mysteriöserweise keiner. Wie die Weltmeister wurde in der Cafeteria tätowiert, um bunte Bilder auf alle möglichen Körperteile zu bringen. Glühwein gab es natürlich auch!

Mit Planks spielte recht früh ein kleines Highlight! Hier trafen Doom auf Black Metal mit fiesem Gesang deren Mix direkt in die Beine und Nacken ging. Sehr abwechslungsreich und atmosphärisch. Überrascht musste ich feststellen, dass die Herrschaften aus der Mannheimer Gegend kommen. Dachte eigentlich an Amis oder so.

So zog der Abend unter einem Schleier von Gesprächen, Lachen und neuen Impressionen an einem vorbei. Bei Der Weg einer Freiheit war schon kein Durchkommen mehr in den Club. Viel bekam ich nicht mit, aber das, was ich sah, überzeugte. Wirklich kein Halten gab es bei der finalen Stuttgart Show von War From A Harloths Mouth: Hier reihte sich ein Ohrenfresser-Track an den nächsten und die Leute flippten aus. Gott sei Dank, war ich nicht in diesem Hexenkessel.

Ein wieder mal schönes Jahresabschlussbonbon vom Juha West!

Text:
Rene König
Geschrieben am
11. Dezember 2013
War From A Harlots Mouth War From A Harlots Mouth
deathcore, mathcore, experimental, grindcore, metalcore
O O
black metal, raw black metal, experimental, electronic, finnish
Der Weg einer Freiheit Der Weg einer Freiheit
black metal, atmospheric black metal, german, german black metal, progressive black metal
Planks Planks
sludge, hardcore, sludge metal, post-metal, crust
No End in Sight
metalcore, hardcore, beatdown hardcore, under 2000 listeners, geschei bier metal metalbier
Younger Us
Deathrite. Deathrite.