Kulturpegel

 
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King Rocko Schamoni - Die große Schau in den Wagenhallen

Der König von Hamburg zurück in seiner Stuttgarter Heimat

Es ist kurz nach acht in der sehr gut besuchten Wagenhalle als der Einspielfilm zu Rocko Schamonis großer Schau startet. Schon dieses Filmchen, dass eine Art Backstage Realität zeichnet, legt Zeugnis ab von der Vielseitigkeit dieses Phänomens. Schamoni hat eine ganz eigene, oft ironische und nie langweile Sicht auf Dinge, die tendenziell langweilig sein könnten.

Wäre da nicht die Stimme der Anarchie in vielem was Rocke Schamoni zum Audruck bringt und mit der er sich erfolgreich unter anderem als Autor und Musiker zu inszenieren weiß.
Als Unternehmer in diesen beiden Kunstformen präsentiert er sich auch an diesem Abend dem Stuttgarter Publikum. Teils werden Episoden und Kapitel seines Buches „Große Freiheit“, das im kommenden Februar erschein soll vorgetragen, teils interpretiert er eigene Musikstücke und originelle Coverversionen, z.B. Ich weiß wo Mark Hollis wohnt.

Sein musikalischer Gast des Abends ist der Songwriter und Gitarrist Matthias „Tex" Strzoda, mit dem Schamoni schon des öfteren gesehen wurde. Der Rest ist Playback. Macht aber nichts, da Rocko ziemlich sicher das ist, was die breite Masse wohl hinter dem Etikett Rampensau vermutet. Egal, ob es ein technisches Problem mit dem Playback gibt oder vermeintlich witzige Zwischenrufer meinen, sich mit ihm messen zu müssen. Er nimmt diese spontanen Fragmente gekonnt auf und jongliert damit wie ein Artist. Trotz aller Spontanität spürt man doch auch stellenweise, dass er sich bei „ Rocko Schamoni - Die große Schau“ musikalisch betrachtet auf Terrain bewegt, das er live schon oft beackert hat, also eigentlich sein live Standard Programm liefert. Rocko im Compilation Modus, quasi. Da dürfen natürlich auch Nummern wie Der Mond oder Der schwere Duft von Anarchie nicht ausgespart werden. Warum auch, das sind die Momente in denen das Publikum am meisten mitgeht. Was allerdings auch auf große Teile seines Lesungsteils mit einigen originellen Sprachkapriolen zutrifft. Sehr weit vorn auch Tasse Kaffee aus der Feder von Matthias „Tex" Strzoda. Souverän und kurzweilig - alles in allem.

Text:
Mike Rilling
Geschrieben am
17. Dezember 2018
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