Kulturpegel

 
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Montag Abend Groove mit Say Yes Dog

Wir grooven uns mit entspannten Beats in die neue Arbeits- und Kehrwoche.

Für einen Montagabend ist der Keller recht gut gefüllt, platzt aber noch lang nicht aus allen Nähten. Dennoch freuen sich die die drei Berliner von Say Yes Dog sichtlich, wenn auch mit etwas Verspätung, dass so viele heute ihrem Ruf gefolgt sind. Ihr Sound ist für heute genau der richtige und so grooved der gesamte Keller locker mit. Spätestens bei How sind alle dabei und tanzt mit der ersten Reihe fleißig mit. Ebenso wie die Kiste vor der Bühne, die unter den dröhnenden Bässen mit wackelt. Auch die Jungs beweisen, dass sie Spaß an ihrer Musik haben und schwingen das Tanzbein.

Im Aufbau ist die Band schlicht: Eine Bass-Drum, eine Tom, eine Snare, drei Synthies, zwei Becken und ein E-Mandolinen-Bass. Genau diese Schlichtheit ist es, die sich in der Musik wiederfindet: Die Themen sind einfach, oft sind es nicht mehr als drei Töne. Niemandem fällt es schwer, sich der Musik hinzugeben. Dieses Erfolgsrezept hat der Band einen guten Monat Tour durch die Republik eingebracht. Stuttgart ist der erste Stop nach ihrem Kurzurlaub in Innsbruck. Ihren Entspannungs-Ausflug in die dortige Sauna merkt man ihnen an: Say Yes Dog haben sichtlich Freude und stecken ihr Publikum immer mehr an.

Bei einem Synthie Battle vor Get It kommen dann auch die Künstler ins Schwitzen und spielen den Rest des Konzerts im Shirt. Was stört, ist jedoch die Tatsache, dass nicht alles live ist – denn es gibt immer wieder Playback-Sequenzen. Das fällt zwar nicht weiter auf, aber gerade weil die eingeschränkte Vielfalt im Sound es erlaubt, fehlt so der letzte spannende Live-Funke. Mit Girlfriend geht es dann auch schon zu Ende und das Publikum dreht nochmal richtig auf. Schade, denn gerade jetzt scheint der Funke überzuspringen. Nach kurzer Überzeugung kommen die Jungs zurück auf die Bühne und beenden den Abend mit Focus und einem singenden Publikum.

Genau so kann man die neue Woche angehen: Die Musik ist keine zu schwere Kost, der Beat geht in die Füße und das Publikum ist mit dabei. Zuletzt war die Band beim Marienplatzfest zu Gast und hat dort den Donnerstagabend eröffnet. Rückblickend wirkte die Musik im Sonnenuntergang dennoch weitaus spannender als an diesem Abend im Keller. Die Band war zwar gut aufgelegt doch am Ende bleibt nicht viel im Ohr. Bis auf den gemeinsamen Abschluss Sing along: "I can not focus, I can not be there..." bleibt heute nur eine solide, aber seichte Unterhaltung im Ohr.

Text:
Tobias Leicher
Geschrieben am
17. November 2015
Say Yes Dog Say Yes Dog
Indie, electronic, experimental, synth, under 2000 listeners