Kulturpegel

 
Konzertberichte in Wort und Bild
 
 
Sibylle Berg liest:
vorbericht
 
 

Sibylle Berg liest: "GRM: BRAINFUCK"

Dystopie oder Realität. Sibylle Berg präsentiert zusammen mit u.a. mit T. Roadz, Prince Rapid und Slix ihren neuen Roman mit viel Musik und Film in einem einzigen Happening.

Wo kommt sie nun endlich, die totale Überwachung, die schon von Orwell prophezeite Dystopie? Steht sie vielleicht sogar schon vor der Tür?

Verfolgt man tagesaktuell da politische Geschehen um uns herum, schwant es uns: Das Sozialsystem ist ungerecht, an die Stelle von Entscheidungen treten Algorythmen, Autokratie wird in mehr und mehr Ländern zur Tagesordnung. Träume gibt es noch, ja. In der Musik. Bei Sibylle Bergs neuem Roman genauer gesagt im Grime. Ihr neuestes Werk "GRM: Brainfuck" präsentiert sie auch deswegen im Rahmen eines Grime-Konzerts und eines Videoabends.

Sibylle Berg war schon immer Schriftstellerin und eigenwillige Kunstfigur in einem. Ihre Lesungen sind nie wie die anderen, sie sind kleine und große Happenings. In den klassischen und den sozialen Medien ist Sibylle Berg präsent wie ein Popstar, wie schlechte Nachrichten, wie der Brexit. Wir sind auf den Abend in den Wagenhallen gespannt.

P.S.: In "GRM: Brainfuck" geht es übrigens um Folgendes:
Vier Jugendliche mit vermeintlich gescheiterten Existenzen, die selbst noch nicht wie ihre Eltern aufgeben wollen, flüchten sich in die Musik, in Grime - die größte musikalische Revolution seit dem Punk in Großbritannien. Jeden Tag geistern neue Grime-Stars durch das Netz, jeden Tag entstehen für die vier Protagonisten neue Vorbilder. Die vier brechen nach London auf, bereit, um ihre Zukunft zu finden. Doch auch hier lauern nicht nur Träume: Jeder, der sich einen Registrierungschip einpflanzen lässt, erhält ein sicheres Grundeinkommen. Alles lebt in einem perfiden Überwachungsstaat, einer Diktatur. Die vier Helden aber versuchen außerhalb des Systems zu überleben und starten ihre eigene Art der Revolution.

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
16. April 2019