Kulturpegel

 
Konzertberichte in Wort und Bild
 
 

Garda & Herr Polaris bei in the suburbs

Familiäre Atmosphäre in der Vorstadt.

Eine kleine Reise ist es schon, aber sie ist es wert. Gemütlich mit einem Wegwulle bestückt marschieren wir zum Kulturzentrum in der Esslinger Dieselstraße. Als wir ankommen, streichelt Der Herr Polaris bereits seine Saiten und erfüllt den noch halbleeren Saal mit seinen melancholisch-tiefsinnigen Songs. Ein sehr ruhiger, wenn auch gediegener Einstieg in einen Freitagabend.

Unerwartet gegensätzlich geht es mit Garda weiter.
Kleine und große ausschweifende Balladen, plötzlich einsetzende wilde Soli und eine wunderbare Vielfalt an Klangspielereien verschütten die Dresdner im Saal. So mancher kennt sie vom guten alten Burning Eagle Festival. Besser gesagt, Sänger Kai und Schlagzeuger Ronny, der dort schon einige im Raum von seiner hochprozentigen Bückware hat kosten lassen. Überhaupt ist es sehr familiär im schon viel volleren Saal des Kulturzentrums.

Den fröhlichsten – ja, ich weiß, Garda sind weder für fröhliche Songs noch für kurze Hosen auf der Bühne bekannt – Song widmen sie ihrem guten Freund, dem kleinen Valentin, der es sich sitzend vor der Bühne gemütlich gemacht hat und der Ronny schon an der Burning-Eagle-Bar geholfen hat. „Was auch immer ihr heute Abend vorhabt, tut es jetzt,“ propagiert Kai und wir tänzeln und wippen alle gemeinsam los.

Viele kleine Sounds fliegen durch den Raum: Die feinen Töne der Pedal-Steel-Gitarre vom linken Bühnenrand, der Geigenbogen, der sich an die Becken schmiegt, schnelle Finger auf dem Klavier, fast lautlose Feedbackspielereien … Garda bereiten uns einen facettenreichen Wochenendauftakt und entlassen uns kurz vor 23 Uhr in die Fänge der kalten Februarnacht. Ja, in den Suburbs fühlt es sich an wie überall dort, wo man gemeinsam im gleichen Takt tanzt und die gleichen Erinnerungen teilt: einfach gut.

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
26. Februar 2019
Garda
Indie, seen live 2013, seen live 2012, singer/songwriter, folk