I Am Become Joy
 

I Am Become Joy von Adam Arcuragi

Genre: singer-songwriter, Indie, folk, acoustic, americana

 
  1. She Comes to Me
  2. Math
  3. People and Private Music
  4. Almost Always
  5. Go With Them
  6. We Steal People's Medicine
  7. The Guns That Bring the Morning Home
  8. Her Festival Song
  9. The Long Route 38
  10. Lunch in Field Four
  11. Bottom of the River
 
 

The Lupine Chorale Society under the direction of Adam Arcuragi accompanying himself on guitar with voice present to you with song and singing
I am become joy

Alles beginnt mit diesem wunderbaren Cover.

The Lupine Chorale Society under the direction of Adam Arcuragi accompanying himself on guitar with voice present to you with song and singing
I am become joy

liest man darauf und bestaunt anschließend die Bleistift-Portraits der gleich dreizehn Beteiligten und Beteiligtinnen. Da sind dann Leute dabei, die recht seltsame Geräte bespielen, genannt Dulcimer, Cymbalo, Singing Saw und Lap Steel. Ich finde nicht, dass man in der Lage sein muss das zuzuordnen, es reicht ja, wenn es gut klingt. Wichtig wäre nur, die Romantikgitarre (die Pedal Steel Gituar) zu erkennen, weil sie so schön ist.

Und dann geht es los. Stil und Prägung erkennt man mit dem ersten Song. Es wird um amerikanischen Country-Folk gehen, beschwingt, fast schon beswingt, heftige Rhythmen, laute Vierviertelschläge, stampfende Cowboystiefel. Und in Gedanken dazu passende Cowgirls. Doch es sind auch viele geschmeidige Nummern dabei, wie We Steal People’s Medicine, in denen Adam Arcuragi seine Stimme hebt und herzzereissende Texte, die immer viel Phantasie haben, von diesem kleinen Orchester begleitet werden. Die Begleitstimmen sorgen dann für den Rest. So funktioniert auch The Long Route 38, das sich trotz niedriger Geschwindigkeit für jeden Roadtrip zum heftigen Mitsingen eignet.

Es folgt Lunch in Field Four, bei dem das Prinzip der vielen Stimmen gilt. Je mehr es sind, desto besser klingt’s; im Normalfall kein gutes Motto, hier gefällt es mir.

Mit dem letzten Titel der Platte kommt das Ende dann ganz besonders dick: Bottom of the River. Dazu findet sich in den Weiten des Netzes ein Video einer take-away-show Arcuragis und Kompagnons auf einem Flohmarkt irgendwo in New York. Wirklich schön, alles daran. Spielt es mit, singt es mit, feiert es mit und gehet hin in Frieden.

Wer also den erwähnten Roadtrip durch die Vereinigten Staaten plant, sollte sich überlegen, ob er nicht bei einem der unzähligen Auftritte dieser Truppe einen Stopp einbauen kann. Stimmung und Gefühl, die beim ersten Plattenlauf sicher nicht ganz durchdringen können und sich erst mit der Zeit einstellen, fallen einem bei den Live-Konzerten so dermaßen schonungslos vor die Füße, dass man nicht ruhig stehen bleiben kann.

Text:
Manuel Niedermann
Geschrieben am
08. April 2013