The Ivori Palms
 

The Ivori Palms von Peter & The Wolf

Genre: pop, flatcore, rnb, 60s, oldies

 
  1. Where Summer Goes
  2. Scarlet and Grey
  3. Check Out the River
  4. Ghost Sandals (live)
  5. Waiting for a Train
  6. Southern Moon
  7. The Bike of Jonas
  8. The Ivori Palms
  9. A Hundred Days
  10. The Lighthouse
  11. Better Days
  12. The Beggar's Waltz
  13. The Traveler and the County Boys
  14. Sparks (live)
 
 

Jeder Mensch braucht einen Rückzugsort. Einen Ort, an dem man sich wohl fühlt, nicht gestört wird, sich entspannt, Lasten abwerfen und die Gedanken fließen lassen kann. Nun gibt es aber häufig Situationen, in denen dieser Ort nicht so einfach erreichbar ist. Meine Empfehlung für solche Momente: Kopfhörer auf, Augen zu, ein Lächeln aufsetzen und für 45 Minuten abschalten und mit Peter & The Wolf in die Welt von The Ivori Palms eintauchen. Danach fühlt man sich besser. Versprochen.

Der erste Song deutet es im Refrain bereits an: „like the wise migrating birds, we go where summer goes“ - The Ivori Palms nimmt einen mit auf eine kleine Urlaubsreise. Doch wurde hier, im Vergleich zur Ballermann-Party auf Malle, nicht der ursprüngliche Sinn eines Urlaubs vergessen: Erholung.

Hektik existiert nicht. Stattdessen gibt es nur einen Selbst und das Gefühl der vollkommenen Entschleunigung. Man lässt sich fallen, wird von einem Bett aus Federn sanft aufgefangen und entkommt problemlos dem Großstadtstrudel aus Menschenmassen und Anforderungen.

Zu verdanken ist das im Wesentlichen Red Hunters beschwichtigender Stimme, die, egal ob er von gescheiterte Liebe, Weltflucht, Freundschaft oder der Natur singt, eine unglaublich angenehme Lockerheit ausstrahlt. So als wollte er dir sagen: „Alles ist in Ordnung, genieße den Moment, mach wozu du Lust hast und nimm dir dafür die Zeit, die du brauchst!“

Ebenfalls einen erheblichen Anteil an der Stimmung hat die minimalistische Instrumentierung. Vorsichtig wird der Gesang von Summen (uuuhuuuhs, aaahs, mmmhmmmhs), Klatschen, Schnipsen, Pfeiffen, Gitarre oder Klavierakkorden begleitet. Nur selten schlagen ein Schlagzeug oder andere Instrumente Wellen auf der so ruhigen See. Und wenn man nach sechs Liedern schon lethargisch ins Träumen gerät, kommt Bike of Jonas im High Places Gewand und trommelt einem ganz behutsam zumindest die Beine wieder in Bewegung.

Dabei ist es eigentlich weder nötig noch möglich einzelne Stücke hervorzuheben. The Ivori Palms gleicht einer Fahrt mit einem selbstgebauten Floß. Gemütlich lässt man sich vom ruhig fließenden Fluss treiben, betrachtet die vorbeiziehende, schöne Landschaft oder liegt einfach nur alle Viere von sich gestreckt da und spürt wie die Sekunden langsam ins Wasser tropfen.

The Ivori Palms nimmt einem die Last von den Schultern, erzählt wunderschöne Geschichten und zelebriert genüsslich die Unbeschwertheit des Lebens. Wer hierbei von Melancholie spricht, hat Vieles nicht verstanden. Ein wunderschönes Album zum Eintauchen.

Text:
Lukas Steimle
Geschrieben am
08. April 2013