Passive Me, Aggressive You
 

Passive Me, Aggressive You von The Naked and Famous

Genre: Indie, electronic, electro pop, indie pop, new zealand

 
  1. All of This
  2. Punching in a Dream
  3. Frayed
  4. The Source
  5. The Sun
  6. Eyes
  7. Young Blood
  8. No Way
  9. Spank
  10. Jilted Lovers
  11. A Wolf in Geek’s Clothing
  12. The Ends
  13. Girls Like You
 
 

Was steckt wirklich hinter dieser Band? One-Hit Wonder oder doch eine kleine Elektro-Pop Perle?

Kennt ihr diese Lieder, die euch an schöne Zeiten erinnern? Erinnerungen an einen lauen Sommerabend mit Freunden? Das lange Wachbleiben, wenn die Eltern nicht das sind. Oder vielleicht als ihr nachts über den Zaun geklettert seid, um im Dorffreibad noch eine Runde zu schwimmen.

The Naked and Famous bieten genau diesen Soundtrack! Young Blood ist eines dieser Lieder, die Gefühle und Sehnsüchte in einem wecken. Einfach mal wieder verrückt sein. Die Arbeit Arbeit sein lassen. Grillen. Ab an den See. Doch Young Blood ist nur eines der vielen großartigen Lieder des Albums Passive Me, Aggresive You. Deshalb lasst uns von vorne beginnen.

Die Neuseeländer fangen mit ihrem Album fast schon gewöhnlich an. All Of This ist eine schöne Rocknummer und zeigt das The Naked and Famous auch rocken können. Dann beginnt der Traum… Punching in A Dream möchte euch sofort tanzen lassen. Synthies, Grooves, ja fast schon mit einer Hymne wird das Album eingeläutet. Innerlich möchtet ihr mitschreien: „like punching in a dream breathing life into the nightmare“.

Auch The Frayed macht in punkto Traumhaftigkeit keine Ausnahme. Ruhig, aber bestimmt wird das Lied mit einem Synthiebeat begonnen, bevor ein Schlagzeug/Gitarrenregen auf einen niederprasselt. Wie ein Nieselregen im Sommer.

Mit The Source wird es erst mal ein wenig ruhiger. Ein Pianostück, welches auch von Nine Inch Nails' „The Fragile“ sein könnte. Der Übergang zu The Sun ist fließend. Nur mit Gesang und sanfter Melodie wird hier der Sonnenaufgang beschrieben. Wahrscheinlich… Erst ruhig, dann immer aufbrausender. Doch bevor man sich die Augen an der Sonne verbrennt, geht auch schon Eyes los. Ein achtziger-angehauchtes Popstück, das fröhlich daher kommt und Spaß macht.

Das schon am Anfang beschriebene Young Blood ist das Zentrum des Albums. Spätestens jetzt ist man komplett in der passiv-aggressiven Welt der Kiwis gefangen. Kann man so ein Lied toppen? Natürlich! Mit No Way hat sich eine weitere Hymne versteckt. No Way scheint ein fröhliches, hoffnungsvolles Stück zu sein, doch die Textzeile „No we’re never gonna talk about it, No way, no way, No we’re never gonna speak again” verheißt nichts Gutes. In der Schönheit des Liedes gefangen, geht es auf Spank wieder mehr zur Sache. Hier dominiert wieder Gitarre und Synthie und langsam aber sicher wird es wieder ruhiger.

Jilted Lovers ist eine langsame, wabernde Nummer, die wunderschön gesungen wird. Knallhart kommt dann A Wolf In Geek's Clothing (was für ein Titel!). Mit einem Gitarrenriff, das an frühe Foo Fighters erinnert, wird hier erbarmungslos auf eure Tanzmuskeln eingehämmert. The Ends bietet nicht nur Erholung von dieser ganzen Soundgewalt, sondern läutet auch leider den Schluss des Albums ein. Girls Like You zeigt in sechs Minuten noch mal alle guten Seiten: Melancholie und Sehnsucht ist wieder zu spüren. Bis zur letzten Sekunde wird hier auf euer Herz gedrückt. Tja. Hier nimmt das reguläre Album sein Ende. Doch The Naked and Famous wissen, wie Sehnsucht gestillt werden kann.

Auf ihrer Facebook Seite verschenken sie nämlich das Stück Crazy Yes Dumb No! Wieder so ein sechsminütiger Kracher, der langsam anfängt und laut aufhört.

Also Freunde, wenn ihr ein Sommeralbum sucht: nehmt diese Scheibe. Sie macht nicht nur süchtig, sondern stellt euch auch zufrieden.

Text:
Rene König
Geschrieben am
08. April 2013