Plastic Love
 

Plastic Love von Say Yes Dog

Genre: Indie, electronic, experimental, synth, under 2000 listeners

 
  1. Talk
  2. Hold Me
  3. How
  4. Plastik
  5. A Friend
  6. You Want My Love
  7. Stronger
  8. Remember
  9. Open Wide
  10. Girlfriend
  11. Before I Go
  12. Focus
 
 

"I travel with colours, that you don't know."

Vor, zurück, Wie-ge-schritt. Den Discofox könnt Ihr bei Say Yes Dog getrost stecken lassen. Klar, schließlich geht es um Hunde, die aus ihrer Leidenschaft zur elektronisch verschnörkelten Tanzmusik kein Geheimnis machen, nicht um Füchse. Schlechte Wortspiele aber mal beiseite. "Plastic Love" umfasst offenbar genau das, wo die Jungs aus Berlin und Luxemburg mit eingängigen Elektropop-Rythmen hinwollen: "You say you run fast, but you can not swing."

Hörenswert zwischen all den schnellen Beats, Handclaps und melodiösen Gesängen des jungen Aaron Ahrends sind mehr als eine Handvoll Songs. "How" zum Beispiel. Für Fans der Höchsten Eisenbahn und deren Song "Egal Wohin" ist der Einstieg ein wenig irreführend. Doch die absichtlich oder unabsichtlich gemopste Tonfolge passt sich ideal zwischen minimalistischen Keyboardklängen und eigenartig aufpoppenden Effekten ein. Und dann wie schon angekündigt: der herumwirbelnde Titelsong "Plastik". Kontrolle: Fehlanzeige. Spätestens nach zwei Minuten und zehn Sekunden schlüpft der Bass in die Beine, wo er für alle Ewigkeit bleiben wird.

Ähnlich unwiderstehlich tanzbar ist "A Friend". Obendrauf gibt es hier sogar noch "Woohos" und "Ahhs" zum Einsteigen. Hier tummeln sich ein paar Cowbells im Hintergrund, ein Hauch E-Gitarre lässt sich auch mal wieder blicken. Passend zu herumpurzelnden Synthies kann man sich übrigens hervorragend im Kreis drehen.
Romantisch-elektronisch haben die Jungs auch in petto: "You Want My Love" oder "Focus" mit wahlweise abgrundtiefen, traurigen Bässen oder gefühlvollem Beatboxing beweisen das.

Serviervorschlag: "Plastic Love" steht am besten dort im Plattenregal, wo man wochenends am schnellsten drankommt. Geschmeidig, verschwurbelt oder deep. Say Yes Dog legen mit ihrem Debütalbum ein ideales Tempo vor, das uns tanztechnisch den noch so tristen Herbst versüßen wird.

Text:
Amelie Köppl
Geschrieben am
23. September 2015